Dual CV40 Reparaturbericht

Vor einiger Zeit konnte ich einen recht gut erhaltenen Dual CV40 Vollverstärker aus dem Altgerätecontainer retten. Dual Geräte erfreuen sich seit jeher eines guten Rufes bei HIFI-Anhängern, denn sowohl in der Technik als auch im Design war dieser Hersteller immer seiner Zeit vorraus.

Der CV40 besitzt ein schönes Holz-Metall Gehäuse, das auch heute noch sehr ansprechend wirkt. Die Qualität der Bedienelemente findet man heute nur noch sehr selten. Wo moderne Geräte mit billigem Plastik optischen Eindruck schinden wollen, setzt der CV40 mit seinen massiven Aluminiumbedienteilen auf ein besonders wertiges Erscheinungsbild.

Solch ein Gerät zu Entsorgen wäre nun wirklich zu schade.

Auch im Inneren ist der Aufbau sehr solide. Mit wenigen Schrauben erreicht man alle Baugruppen. Der Aufbau ist dabei vollkommen mit diskreten Bauteilen durchgeführt, was das Gerät besonders leicht zu reparieren macht.

Ein kurzer Funktionstest ergab dann, dass ein Kanal sehr leise und nur mit starken Verzerrungen arbeitete.

Eine mechanische Reinigung der Umschalter / Potentiometer mit Sprühwäsche, Kontaktspray / Tunerspray beseitigte ein leichtes Kratzen beim Betätigen der Regler, besserte den Fehler aber nicht.

Eine Messung mit dem Oszilloskop grenzte den Fehler recht schnell auf die Endstufenplatine ein, bis dorthin war das Signal nämlich in Ordnung.

Da ich keinen Schaltplan hatte, prüfte ich auf Verdacht alle Koppelkondensatoren (oder was ich dafür hielt), ohne Erfolg.

Danach ersetzte ich einen Transistor in der Eingangsstufe der Endstufen-Platine (Durch einen passenden BC109B), und der Fehler war behoben. Statische Messung an diesem Transistor brachten übrigens kein Fehlerbild, auch die Kennlinie mit einem Hameg Component Tester sah normal aus, lediglich in der Schaltung versagte dieser Transistor seinen Dienst und erzeugte Verzerrungen.

Nachdem ich in der Zwischenzeit einen Schaltplan auftreiben konnte, ist nach erfolgtem Ruhestromabgleich und Auswechseln einer Sicherung in der Endstufe (da hat jemand mal eine 6.3A reingebaut...) der Verstärker wieder voll einsatzfähig.

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