Experimente mit dem Geigerzähler

Module für die ersten Experimente: HV-Kaskade,Zählrohr,Interface und Zähler mit Atmel Mega Controller.

Nachdem ich die erste funktionsfähige Version meines Geigerzählers aus den einzelnen Funktionsgruppen fertiggestellt hatte, habe ich erstmal verschiedene Gegenstände auf Radioaktivität überprüft. Natürlich liefert ein selbstgebauter Zähler mit SBM20 kein amtliches Ergebnis, aber trotzdem ist es interessant zu sehen, auf was dieser so reagiert. Ich habe als Messeinheit nur die angezeigte Anzahl von Impulsen verwendet, da die Umrechnung in andere Einheiten (Sievert) nicht so ohne weiteres möglich ist. Zwar kann man über Umrechnungsfaktoren einen entsprechenden Wert gewinnen, aber da ich ja nicht feststellen kann, welches Isotop jeweils registriert wurde, bleibe ich lieber bei der neutralen Grösse der Impulsanzahl

Zuerst gilt es einmal, die Nullrate festzustellen, also die Anzahl von Impulsen ohne radioaktives Material, idealerweise lwird der Zähler dabei hinter einer mindestens 5cm starken Bleiabschirmung betrieben. Da ich sowas natürlich nicht habe, wurde im ganz normalen Zimmer gemessen. Die Nullrate pendelte sich bei durchschnittlich 20 Impulsen pro Minute ein.

Ich habe zuerst verschiedene Tongefässe aus dem Haushalt überprüft, da in Glasuren oft radiaktives Uran als farbgebendes Material enthalten ist. Ich konnte kein solches Material entdecken, allerdings steigt die Zählrate auf etwa 40 Impulse pro Minute an, wenn man das Zähörohr in einen Tonkrug steckt. Die Zählhäufigkeit ist also doppelt so hoch wie im normalen Zimmer.

Recht gut als Messobjekt eignen sich auch kaliumhaltige Stoffe. Kalium besteht zu einem geringen Teil aus dem radioaktiven Isotop Kalium-40, welches nachweisbare Betastrahlung aussendet.

Wo findet man Kalium ? Hier könnte man zum Beispiel Kaliumchlorid aus dem Reformhaus verwenden, es ist dort als Salzerstatz für Ernährungszwecke erhältlich. Ich habe das Kalium in Form von Kaliumhydrogencarbonat in Mineral-Brausetabletten gefunden, laut Aufdruck enthält eine Tablette 500mg Kalium.

Drei dieser Tabletten auf das Zählrohr gelegt ergaben eine deutliche Zunahme auf etwa 50 Impulse pro Minute

Das heisseste Messobjekt war natürlich ein thoriumhaltiger Glühstrumpf. Hier konnte ich bis zu 5000 Impulse pro Minute registrieren. Sehr interessant auch eine kleine Kunststoff-Tüte, in welcher der Glühstrumpf gelagert wurde. Diese liefert durchschnittlich immer noch 160 Impulse pro Minute, nur durch die winzigen Restpartikel, die sich noch in der Tüte befinden. In der Nahaufnahme kann man einige davon gut erkennen. Man sollte den Glühstrumpf also immer in einer dichten Verpackung aufbewahren, der Staub ist deutlich radioaktiv.


Einzelne Fasern eines Thorium Glühstrumpfes

Als Ergebnis dieser ersten Messungen lässt sich sagen, dass ein Selbstbau Geigerzähler recht gut funktioniert. Der Materialaufwand ist relativ gering, und als naturwissenschaftlich interessierter Mensch kann man damit eine Menge interessanter Dinge aus der Welt der radioaktiven Strahlung erfahren, für die wir ja üblicherweise sonst keine Möglichkeit zur Wahrnehmung haben.

Neueste Artikel
Anzeigen:
Aktuelle Newsbeiträge
Sie sind Besucher Nr. 1199664