Das Zählrohr LND712

Das Zählrohr LND712

Für Selbstbau Geigerzähler werden sehr häufig russische Zählrohre wie etwa das SMB20 aus alten Armeebeständen verwendet, welche relativ preiswert über das bekannte Auktionshaus bezogen werden können. Diese Zählrohre sind eigentlich garnicht schlecht, nur können sie prinzipiell keine Alphastrahlung erfassen, da sie kein entsprechendes Fenster haben. Die Alphapartikel werden schon durch sehr dünne Materialschichten vollständig absorbiert, so dass hierfür ein spezieller Aufbau des Zählrohres mit einem sehr dünnen Fenster, meist aus Glimmer, nötig ist.

Möchte man ein Zählrohr, welches auch Alphastrahlung detektieren kann und zudem noch aus moderner Fertigung stammt, stösst man recht schnell auf das LND712 des amerikanischen Herstellers LNDINC. Dieses Zählrohr wird in zahlreichen professionellen Geigerzählern neuerer Bauart eingesetzt.

Es ist sehr kompakt, knapp 50mm lang und 15mm im Durchmesser. An der Stirnseite ist ein Glimmerfenster mit 1.5-2mg Flächendichte angebracht, wodurch die Alpha-Empfindlichkeit gewährleistet wird. Wenn man bedenkt, dass ein normales Schreibmaschinenpapier eine Flächendichte von etwa 8mg pro cm^2 aufweist, und Glimmer eine etwa 3 mal höhere Dichte als Papier hat, dann wird deutlich, wie dünn dieses Fenster sein muss. Berührungen sind also unbedingt zu vermeiden!

Als Betriebsspannung empfiehlt das Datenblatt 500 Volt an einem 10MOhm Widerstand, die Totzeit beträgt 90us. Damit lässt sich das Zählrohr durchaus an den üblichen Geigerzählerschaltungen betreiben, wenn man die Ausgangsspannung entsprechend anpasst. (Die üblichen russischen Zählrohre werden mit 400 Volt betrieben).

Ich habe als Hochspannungsquelle die hier gezeigte Schaltung verwendet, diese lässt sich problemlos auf 500 Volt einstellen und ist sehr stabil.

Kontaktiert wird das Zählrohr über einen angeschweissten Kathoden-Draht sowie einen Steck-Pin für die Anodenspannung.

Die Empfindlichkeit ist dabei mit 18 cps/mr/hr angegeben, was etwas weniger als beim SBM20 ist. Als Nullrate konnte ich etwa 12 Impulse / Minute ermitteln, was im etwa der Angabe aus dem Datenblatt entspricht.

Das LND712 ist leider wesentlich teuerer als die üblichen Zählrohre, inklusive Versand kostete das Teil fast 100 Euro. Legt man aber bei der Auswahl seiner Bauteile auf zeitgemässe Komponenten Wert, sollte man dieses Zährohr in die engere Wahl einbeziehen. Zwar sind die Zählraten auch relativ gering, was aber durch eine längere Messzeit wieder ausgeglichen werden kann.

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