Radioaktiver Staub

Aktivität der Radon-Zerfallsprodukte
X-Achse 1 Strich = 1h, Y-Achse 1 Strich = 50cpm, Zählrohr LND712
Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas, welches als Zerfallsprodukt von in der Erde vorkommenden Elementen ständig in geringer Menge in die Atmosphäre gelangt. In ungünstigen Fällen kann sich dieses Gas auch stark anreichern, z.B in schlecht gelüfteten Kellern von Häusern, die in Gegenden mit hohen natürlichen Uranvorkommen stehen. Hohe Radon-Konzentrationen in der Atemluft sind ein beträchtlicher Risikofaktor für Lungenkrebs! Das Radon und seine weiteren Zerfallsprodukte ist übrigens die Hauptquelle für die uns ständig umgebende, natürliche radioaktive Hintergrundstrahlung.

Mit einem einfachen Experiment kann man das Radon indirekt über seine Zerfallsprodukte nachweisen. Dazu benötigt man nur einen Staubsauger und einen Geigerzähler, welcher auch auf Alpha Strahlen reagiert. Für die Auswertung habe ich diesen kleinen Datenlogger verwendet, welcher über einen Zeitraum von etwa 3 Stunden die Messwerte gesammelt hat.

Durchführung:

Ein Papiertaschentuch wird über das Ansaugrohr eines Staubsaugers gelegt und gut fixiert. Danach lässt man den Staubsauger etwa 15 Minuten lang laufen, vorzugsweise in einem Keller, da dort die Konzentration von Radon und seinen Abbauprodukten am höchsten ist.

Mit der eingesaugten Luft setzen sich auf dem Taschentuch nun allerlei kleinste Partikel ab, unter anderem auch radioaktive Partikel aus Pollonium, Blei und Wismut, welche zuvor aus dem natürlichen Radon entstanden sind.

Diese Partikel konzentrieren sich nun in dem Papiertaschentuch. Nachdem der Staubsauger etwa 15 Minuten gelaufen ist, bringt man das nun ganz leicht durch Staub geschwärzte Taschentuch sogleich zu einem Geigerzähler und startet die Messung.

Im Bild oben sieht man sofort einen deutlichen Anstieg der Strahlung, welcher nach wenigen Stunden wieder abgeklungen ist. Deutlich ist der exponentielle Abfall der Aktivität zu erkennen. Hauptverantwortlich hierfür dürften Blei-215 sowie Wismut-214 sein, deren Halbwertszeiten bei etwa 27 bzw 20 Minuten liegen.

Dieses einfache Experiement zeigt also ganz deutlich das Vorkommen von (in diesem Fall natürlichen) radioaktiven Stoffen in unserer Atemluft. Die Aktivität der gesammelten Probe ist dabei jedoch so gering, dass hiervon keinerlei Gefahr ausgeht. Es ist auf alle Fälle eine sehr interessante Möglichkeit um sehr schwach radioaktives Material zum Testen von Geigerzählern zu bekommen. Ein ähnliches Ergebnis würde man übrigens erhalten, wenn man den Staub von einer Fernsehbildröhre abwischt, welche gerade einige Zeit gelaufen ist. Durch die Hochspannung lagern sich dort die Partikel ebenfalls bevorzugt an. Allerdings sind hochspannungsbetriebene Bildröhren jedoch praktisch aus unseren Wohnzimmern verschwunden....

Neueste Artikel
Anzeigen:
Aktuelle Newsbeiträge
Sie sind Besucher Nr. 1116438