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Die Schweine und das Internet

 
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loetadmin
Site Admin


Anmeldungsdatum: 31.12.2004
Beiträge: 1022

BeitragVerfasst am: Fr 14.Apr 2006 17:45:23    Titel: Die Schweine und das Internet Bauteile finden Antworten mit Zitat

Es begab sich, vor langer Zeit und in einem ganz anderen Land auf
einer Farm folgende Vorkommnisse.

Der Name der Farm war : "Farm der Schweine".

Auf der "Farm der Schweine" herrschte strenges Regiment, die Schweine
hatten hier das Sagen. Die Schweine unterdrückten alle anderen Tiere,
die Hühner, die Gänse, die Enten und die Bienen.
Ja selbst den Esel und das Pferd, alle mussten für die Schweine
arbeiten !

Und die armen Tiere schufteten Tag und fast die ganze Nacht, sie
bekamen sehr wenig von dem, was sie ernteten und wenn sie alt oder
krank wurden, dann wurden sie, egal, wieviel sie bisher gearbeitet
hatten, von den Blutshunden der Schweinen, in einen dunklen Wald
gebracht : den Harz !

Dort lebten sie in tiefster Armut, egal, wieviel sie bisher für die
Farm der Schweine geschuftet hatten, sie bekamen das, was auf dem
Boden lag, meistens nicht einmal 345 Kastanien im Monat, mit denen
sie ihren Bauch füllen konnten.

Wie auch immer, die Schweine hatten das Sagen auf der Farm. Und damit
jeder der armen Tiere auch wusste, dass die Schweine in Wirklichkeit
klug, edel, gerecht und sehr, sehr viel arbeiteten, (irgendwie
mussten sie ihren unermesslichen Reichtum ja begründen, denn sie
waren sooo reich, dass sie ganz dick und fett wurden und deswegen
jeden Monat auf ganz strenge DIÄTEN gesetzt wurden), damit jeder
wusste, dass alles gerecht zuging, darum gaben die Schweine auch
"Zeitungen" heraus.

Diese "Zeitungen" waren nichts anderes als große Rhabarberblätter,
groß und schwer, die die Schweine selber, jedes Jahr einmal,
ernteten.

Auf ihnen stand, warum die Schweine sooo dick waren, weil sie viel
arbeiteten und weil sie eben so klug waren, warum die "Farm der
Schweine" manchmal gegen andere Farmen Krieg führen musste und warum
die ganzen Schmarotzer-Tiere, also diejenigen, die nicht mehr
arbeiten konnten, weil sie sich ihr ganzes Leben lang
krankgeschuftet hatten, in den "Harz" geschickt wurden.

In den dicken, schweren Rhabarber-Zeitungen stand also alles drin,
worüber die Schweine dachten, dass das die ganzen anderen Tiere
wissen müssten und es gab weit un breit keine anderen Zeitungen weil
es nichts gab, worauf man schreiben konnte. Und, mangels anderer
Quellen, glaubten die ganzen anderen Tiere diese Geschichten.
Und weil die Schweine die einzigen waren, die den anderen Tieren
sagten, warum die Dinge so und nicht anders waren, machten die
anderen Tiere die Dinge auch so, und nicht anders.

Ja, es ging sogar soweit, dass die anderen Tiere, wenn die Schweine
fragten, ob sie mit den Schweinen zufrieden waren, ihre Hand hoben
und sagten : "Ja, liebe Schweine, wir wollen es so und nicht anders
!".

Nun begab es sich allerdings, dass eine kleine Kindergans eines Tages
auf einer anderen Wiese, ein kleines Gewächs fand : ein
Kleeblättchen. Dieses Kleeblätchen hatte kleine Blätter. Das Gänschen
fand es hübsch und brachte es im Schnabel mit auf die "Farm der
Schweine".

Hier fiel es zu Boden. Und wuchs. Aber, so wie Klee nun einmal
wächst, es wuchs nicht nach oben, sondern es wuchs unterhalb der
Oberfläche und bildete dort lange, lange Wurzeln, ein ganzes Netzwerk
an Wurzeln, so kroch es unaufhaltsam über bzw. besser unter die ganze
Farm und wuchs überall.

Die Tiere erkannten schnell, dass man auf den Kleeblättern schreiben
konnten, sie waren klein, überall zu finden und deswegen von jedem
auch einfach und schnell zu lesen.

Erst schrieben sie sich komische und lustige Sachen, aber ganz
schnell schrieben sie auch Dinge, die man in den großen
Rhabarber-Zeitungen nicht fand.

Dinge wie : "Warum müssen wir Tag und Nacht arbeiten" ? Oder "Warum
bauen die Schweine hier überall Kameras hin" ? Oder "Wieso sind die
Schweine so dick und wir so dünn ?".

Die Schweine gaben bisher alleine Zeitungen raus wie : "WILD", oder
scheinkritische Publikationen wie "SCHPIEGEL" oder "ZITZEN", in denen
große Zitzen von Säuen gezeigt wurden. (Hätte es TV gegeben, dann
würden dort Sendungen laufen wie "Schickse Blödiansen")

Die anderen Tiere aber konnten mir kleinen Federn der Gänse auf den
nun überall erhältlichen und billigen Kleeblätchen selber schreiben
und sehr viele anderen Tier konnte das dann auch lesen.

Deswegen wollte auch niemand mehr die dicken und langweiligen
Rhabarber-Zeitungen lesen. Es kam, für die Schweine, sogar noch viel
schlimmer !
Zu den alle Jahre mal stattfindenden Befragungen, wo bisher immer
alle Tiere brav ihre Finger hoben, ging einfach niemand mehr hin !
Bei diesen Befragungen waren am Ende nicht mal mehr die Hälfte der
Tiere anwesend und das sagte den Schweinen, dass ihnen niemand mehr
glaubte.

Die Schweine waren, so dick und fett sie auch sind, zwar sehr
schwerfällig in ihrem Denken, aber auch ziemlich verschlagen und
klug. Sie hielten Rat und fragten sich, warum ihnen niemand mehr
glaubte, und langsam erkannten sie, dass diese ganzen Kleezeitungen,
die ihr Netzwerk unter der ganzen Farm ausbreiteten, daran Schuld
waren.

Was tun ?

Klee konnten sie nicht verbieten, das wuchs nun einmal überall und
war nicht mehr aufzuhalten, aber sie überlegten sich etwas ganz, ganz
Schlaues. Sie behaupteten einfach, dass auf diesem Klee Dinge
standen, die gegen das Gesetz der "Farm der Schweine" verstiess !

Und sie hatten auch die "Schwarzkittel", also die Wildschweine, die
darüber wachten, dass kein Tier gegen die Regeln der "Farm der
Schweine" handelte !

Und diese Wildschweine, furchteinflössende Tiere, behaupteten nun,
dass jeder, der auch nur ein Kleeblatt anderen Tieren weitergab, auch
für den Inhalt dieses und aller Kleeblätter von der gleichen Wurzel
verantwortlich war.

Das löste natürlich bei den Tieren eine große Empörung aus, jedes
Tier erkannte sofort, dass die Schweine in Wirklichkeit gar nicht ihr
Wohl im Auge hatten, sondern nur ihr eigenes und dass es ihnen in
Wirklichkeit nur um die Einnahmen der "Farm der Schweine" ging und um
ihren regelmäßigen DIÄTEN (die sie natürlich nur deswegen machen
mussten, um von ihren immensen Gewicht herunterzukommen). Und dass
die fetten Schweine nur wollten, dass die Tiere auch nur die
Ansichten der fetten Schweine lesen sollten, aus der "WILD", dem
"SCHPIEGEL", den "ZITZEN" und sowas wie "Schickse Blödiansen" sich
ansehen sollten.

Nur leider hatten die Schweine nicht mit der Natur der Dinge
gerechnet. Viele Tiere flohen nachts in die umliegenden Wälder und
Landschaften, beschrieben dort ihre Kleeblätterchen und liessen diese
vom Wind, dem "Interwind" auch auf die "Farm der Schweine" wehen, wo
alle anderen Tiere das auch lesen konnten. Und wo sie schliesslich
die fetten Schweine ab- und auf Diät, auf WIRKLICHE DIÄT setzten.
(Was allerdings für die fetten Schweine auch gut war, denn sie wurden
auf einmal gesünder und viel fröhlicher)

Und die Moral von der Geschicht ?

Gar keine.

Ich wollte hier, an dieser Stelle, nur einmal die Gelegenheit nutzen
um eine neue Form des Schreibens auszuprobieren, frei nach George
Orwells "Farm der Tiere".
Und da ich Tierfabeln bisher schon immer mochte, und Tiere, dachte
ich, dass meine Tiergeschichte dem einen oder anderen Tierliebhaber
vielleicht etwas gefällt.

Quele:http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=10252262&forum_id=96288
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GinnyAusDerWunderUhr



Anmeldungsdatum: 08.03.2015
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: So 15.März 2015 01:44:51    Titel: Bauteile finden Antworten mit Zitat

Mir gefällt die Geschichte sehr gut. Das hast du sehr gut geschrieben.
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Verfasst am: Heute 14:48:42    Titel: Bauteile finden

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