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Werkstatt einrichten

 
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saykay



Anmeldungsdatum: 18.11.2009
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Mi 18.Nov 2009 16:46:59    Titel: Werkstatt einrichten Bauteile finden Antworten mit Zitat

Hallo...
Mein Bruder liegt mir seit einer Ewigkeit damit in den Ohren, ob er nicht aus meinem Zimmer seine ganz eigene Werkstatt machen kann.
Zur Erklärung: Ich studiere und komme nur manchmal nach Hause und er macht seit 1 Jahr eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik und kann das Basteln auch zu Hause nicht lassen.
Wir haben schon eine kleine Werkstatt im Keller, aber er wünscht sich eben was (warmes) eigenes.
Ich hab mir überlegt ich könnte mein Zimmer mit so einer Werkstatt teilen und würde sie ihm zu Wheinachten gerne einrichten.
Jetzt endlich meine Frage:
Kann mir jemand ein paar Tips geben, was man als Elektroniker an Werkzeug, Material und unter Umständen auch Geräten braucht um arbeiten zu können? Das wäre wirklich prima, weil ich ihm nicht einfach einen Tisch in mein Zimmer stellen will, nach dem Motto: Jetzt mach mal...
Danke schon im voraus!
Grüße, Sarah
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BellaD



Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beiträge: 1708
Wohnort: Klinik der misshandelten Kuscheltiere

BeitragVerfasst am: Mi 18.Nov 2009 17:13:30    Titel: Bauteile finden Antworten mit Zitat

moin moin

Du könntest auch bei mir einziehen Wink und deinem Bruder das ganze Zimmer überlassen . Aber Spaß beiseite ....

a) Ein Lötkolben. Für den Anfang tut es gut ein Ersa TIP260 mit Lötspitze
162KD von z.B. http://www.reichelt.de/. Für SMD hilft gut ein zweiter, der
darf dann auch temperaturgeregelt sein. Luxuslötkolben kommen z.B. von
Pace oder Metcal. Billige 5 EUR Lötkolben sollte man sich nicht antun.

b) 100g bleihaltiges Elektroniklötzinn 1mm, 1.7m Entlötlitze 2mm, Flussmittel
als Stift oder Kolophonium (http://www.conrad.de/ 813419) in Spiritus
auflösen. Kein Lötlackspray (davon geht 90% daneben und es klebt ewig bis
man es endlich mit dem Haarfön trocknet), und auf keinen Fall Lötfett oder
Salzsäure, in solchen absoluten Notfällen noch eher Tannenharz mit etwas
Aspirin.

c) Ein einfaches Digitalmessgerät, die es schon unter 5 EUR gibt (PM110 von
http://www.pollin.de/ ), aber besser eines mit durchgängigen Bereichen
(fragt, ob es auch einen 2A= und einen 0.2V~ Messbereich hat) wie M3900 von
http://www.pollin.de/ oder DT3800B von http://www.elv.de/ unter 20 EUR
(Conrad und Reichelt haben kein entsprechendes). Teurere Messgeräte sollten
dann TrueRMS beherrschen (externer Vorsatz http://www.elv.de/ 60-077-91),
damit bei Wechselspannung der angezeigte Wert auch bei nicht-Sinusförmigem
Signal mit dem effektiven Durchschnittswert übereinstimmt. Das Metex 3650
hat wohl Startprobleme bei schwacher Batterie und einen zu langsam
reagierenden Durchgangsprüfer. Das Metex 3640d zeigt unterhalb 2 Ohm nur
Zufallszahlen an.

d) Ein 10er Satz Prüfstrippen mit Krokoklemmen. Achtung: Die Krokomäuler
müssen für feinste Litzen ganz zugehen, es gibt da oft Ramsch. ML6028
von http://www.reichelt.de/ ist zwar teuer, aber kontaktsicherer, leider
nicht vergoldet.

e) Ein Cutter (feiner Seitenschneider, der dünnste Drähte trennt) ist Gold
wert. Die billigen taugen meist nichts (schneiden keine Litze). Stahldraht
sollte man aber von allen fern halten.

f) Pinzette, Zange, Schraubendreher, Abisolierzange, etc. aus dem Bastelkeller

g) Das Buch "Art of Electronics" / "Hohe Schule der Elektronik". Siehe unter
K.

h) PC zur Layouterstellung, Simulation und zum Datenblattlesen (hast du ja Smile

und dann je nach Entwicklung

i) Ein Experimentiersteckbrett (Labor-Steckboards, Experimentierboard, Breadboard,
Protoboard, günstig bei http://www.reichelt.de/, http://www.conelek.de/,
http://www.pollin.de/ und http://www.elv.de/)

j) Ein regelbares Netzteil. Eine einfache Version mit LM317 und vielleicht
einigen Konstantspannungen (LM78xx) kann man sich als erstes Projekt selbst
bauen (siehe F.9. Netzteil), ein 'dickes Ding' wird man besser kaufen (Ratho
RPS2305 = Reichelt LM305 0-30V/5A 70 EUR, DF-1731 http://www.pollin.de/
2*0-30V/3A 180 EUR), siehe Schaltpläne zu 512982, 518077, 511412, 510391,
510343, 512028 von http://www.conrad.de/ oder die Geräte von
http://www.elv.de/.

k) 3 DIN-A5 Fotoschalen und 1 Warmhalteplatte, Natriumhydroxid (Ätznatron)
als Entwickler, Eisen-III-chlorid als Ätzmittel und eine
Belichtungsvorrichtung (siehe F.6 Leiterplattenherstellung)

l) Wer Platinen aus Epoxy (FR4) herstellen will, sollte eine Kleinbohrmaschine
mit Bohrständer für Hartmetallbohrer kaufen. Dafür tut es kein 'Hobbydrill'
oder 523666 oder 523674 von Conrad, auch ein Dremel ist sinnlos da es dafür
keine vernünftigen Bohrständer gibt, und die Lager schon nach kurzer Zeit
ausschlagen sollen.
Geeignet ist z.B. der Proxxon IB/E + Bohrständer MBS140 oder Micromot 40/E
+ NG2/S + Bohrständer aus Geschenkkoffer 28514 + Spannzangenset (damit
die 1/8" Industriebohrer verwendet werden können, das 40/E kann nur 3mm).
Das Schnellspannbohrfutter ist für die hohen Drehzahlen nicht geeignet.
Vollhartmetallbohrer holt man aus dem Elektronikladen (http://www.elpro.org/
2.53 EUR) oder von e*bay, und keinesfalls von Proxxon, schon gar nicht das
'Elektroniker Set', aber eine Trennscheibe ist nützlich (nicht mit Diamant).

m) Ein LRC-Meter (Induktivitäts- und Kapazitätsmessgerät) wie das 122211 für
40 EUR von http://www.conrad.de/ oder das SE8280 von http://www.elv.de/ oder
selbstgebaut siehe unter "Kapazitätsmessgerät / Induktivitätsmessgerät"

Das war ein Auszug aus der DSE-faq zu finden unter..
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/

viel Spass

_________________
Eine Weiterverbreitung ohne ausdrückliche Genehmigung ist untersagt. Für Schäden, lehnen wir jegliche Haftung ab.
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saykay



Anmeldungsdatum: 18.11.2009
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Mi 18.Nov 2009 17:30:31    Titel: Bauteile finden Antworten mit Zitat

Very Happy Oder ich bleibe bei meiner Wohnung Very Happy
WOW, das ging echt schnell!
Vielen Dank dafür.
Ich glaub ich brauch eine Weile bis ich mich da durch gearbeitet habe Wink
Ich komme bei Rückfragen gern mal wieder.
Obwohl... ich hoffe man nimmt es mir nicht übel, dass ich nichts Produktives zu diesem Forum beitragen kann... Embarassed
Schönen Abend noch
Sarah
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derguteweka



Anmeldungsdatum: 18.12.2005
Beiträge: 1466

BeitragVerfasst am: Mi 18.Nov 2009 17:47:25    Titel: Bauteile finden Antworten mit Zitat

Moin,

Also wenns fertig ist, kanns passieren, dass es dann so ungefaehr aussieht - das solltest du in Betracht ziehen, wenn du Teile deines Zimmers dafuer hergeben willst Smile
Uebrigens: Die von BellaD angesprochenen 10 Pruefstrippen mit Krokoklemmen haengen z.b. auf dem Bild ueber der Lampe.

Als Bodenbelag kann ich solche Spiel-Teppiche fuer Kinder empfehlen, mit Strassen drauf - die sind billig genug, sodass Loetzinnspritzer nichts ausmachen...

Gruss
WK
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Verfasst am: Heute 08:19:55    Titel: Bauteile finden

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