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Hallo Forum! | 6V6 PP Verstärker

 
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GüntherGünther



Anmeldungsdatum: 28.11.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: Do 28.Nov 2013 17:59:23    Titel: Hallo Forum! | 6V6 PP Verstärker Bauteile finden Antworten mit Zitat

..ich bin Thomas, 17 Jahre jung und bin beruflicher Gymnasier Very Happy .
Erstmal - ich bin nebenbei noch im HIFI-Forum unter gleichem Namen unterwegs - HIFI und Röhren, meine Passion. Im HIFI-Forum gibt es die "Röhrengötter" "Richi44" und "DB", die immer einen Rat wissen - absolute Vorbilder.
Naja, mal ein wenig was zu meiner Röhrengeschichte.
Angefangen hat es mit einem KHV, dann kam ein EL95 PP, dann ein EL84 PP..aber die beiden Endstufen konnten mich nie wirklich überzeugen. Dann habe ich beim Kumpel mal einen 6L6 PP gehört, eigentlich ein Gitarrenamp, der aber einen MP3-Player am Eingang hatte. So einen wunderbaren, warmen Klang hatte ich bis dato noch nicht gehört.. Aber an eine 6L6 hatte ich mich noch nicht rangetraut.
Also sollte es ein 6V6 Amp werden. Gesucht..es gab nichts für meine Zwecke. Also - selbst planen.
Angefangen haben diese Planungen Mai 2013. Berechnet zunächst eine 6V6 Endstufe mit ECC832 Vorstufe und PI. Resultat: Zu wenig Verstärkung für eine effiziente ÜAGK. Sie hätte sich wohl um 5dB bewegt, also quasi sinnlos. Alternativen gesucht.. DB hat mir zur ECF80 oder ECF82 geraten, hab mich für die ECF80 entschieden, weil sie bei gleichem Ri eine höhere Steilheit besitzt und zudem billiger ist.
So, geplant, ein wenig hin und her..letztendlich kam ich zu folgendem Arbeitspunkt der Vorstufe:
Ua = 100V
Ug2 = 100V
-Ug1 = 2,5V
Ia = 1mA
Ig2 = 0,4mA

So, nun galt es, die Verstärkung zu berechnen. Mit Kathode Wechselstrommäßig gegen Masse komme ich rechnerisch auf 44,6dB, mit der Kathodenwiderstandskombination aus dem Schaltplan bin ich bei 41,4dB.
Hörte sich doch prima an. Noch schnell die ÜAGK berechnet - 18dB, das klingt doch schon besser. Die Stromgegenkopplung durch den unüberbrückten Rk beläuft sich auf 3,5dB, macht gesamt 21,5dB, was unter den schwingkritischen 30dB liegt.
Desweiteren habe ich die Leistung auf 10Weff begrenzt, da der Hammond 1608A nicht mehr macht. Für 10W benötigen die 6V6 ein Ug1~ = 11,4Veff. Die Leistungsminderung senkt außerdem den Klirr der Endstufe, und das effektiver als durch UL, da die Schirmgitterkennlinien der 6V6 alles andere als linear sind.

Die PI: Kathodyn - der Einfachheit halber. Gibt nicht viel dazu zu sagen. Einige werden sich fragen, warum der Koppel-C hier kleiner ist - das liegt daran, dass der wirksame Rg1 nicht 470k beträgt, sondern bedingt dadurch, dass er nicht gegen Masse geht, etwa das 10-fache hat, somit passt die fg des Hochpasses wieder.

Zur Endstufe: Fixed Bias war mir für die kleine 6V6 zu aufwändig, gemeinsamer Rk kam nicht in Frage, denn wenn eine Röhre mal ausfällt, halbiert sich der Bias sonst bei der anderen, also für jede Röhre einen extra Rk. Ansonsten alles Datenblattkonform.

Mal schnell alles frei aufgebaut - schöner Oszillator. Was nun? Gridstopper rein und den Amp nach oben hin begrenzen (C6). Amp lief stabil.
Mittlerweile ist das Gehäuse fertig und der Amp kann reingebaut werden. Ich hoffe er ist dann so stabil, dass ich die frequenzabhängige ÜAGK entfernen kann - Gridstopper bleiben.

Wie klingt der Amp denn nun? Er klingt wunderbar - endlich ein Amp, wie ich ihn mir wünsche, nicht so ein EL84 Gedöns, die Dinger taugen mir nur noch in meinem Labornetzgerät als Längsregler.
Als Eingang habe ich eine Klinkenbuchse gewählt, somit kann ich einen Mono-Plattenspieler ranhängen oder den Laptop als Stereo, auch wenn es dann Joint-Stereo, also quasi zusammengeführte Stereosignale sind.

So, hier nochmal alle Eckdaten:

Eingangsempfindlichkeit für 10W = 0dBu (0,775Veff) bei 80k Impedanz
Effektivleistung = 10W an 4 und 8 Ohm
Vorstufe & PI = ECF80
Endstufe = 6V6GT (ich verwende JJ 6V6S)
Trafo = Ringkern von Tubeland, Sekundär 270V bei 0,15A und 3,15-0-3,15V bei 1,5A
AÜ = Hammond 1608A oder vergleichbare (Raa = 8k, N~ ≥ 10W)
Klirr - hab kein passendes Messgerät dafür, ich schätze einfach mal 1% bei 10W
Netzteil = Tubeland Spannungsstabilisiert auf 320V
Gegenkopplung gesamt = 21,5dB

Nachbau erwünscht! Smile

Schönen Abend, Thomas


Zuletzt bearbeitet von GüntherGünther am Di 24.Dez 2013 20:30:28, insgesamt einmal bearbeitet
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BellaD



Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beiträge: 1708
Wohnort: Klinik der misshandelten Kuscheltiere

BeitragVerfasst am: Fr 29.Nov 2013 18:41:57    Titel: Bauteile finden Antworten mit Zitat

moin

Zitat:
Klirr - hab kein passendes Messgerät dafür, ich schätze einfach mal 1% bei 10W


Ich schätze mal 1% bei 0,5W >10% bei Vollaussteuerung ,
aber ist ja auch gut so,wo soll sonst der Warme Klang herkommen Smile

mfg

Ps.
nett umgesetzt Wink

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GüntherGünther



Anmeldungsdatum: 28.11.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: Fr 29.Nov 2013 21:09:58    Titel: Bauteile finden Antworten mit Zitat

Hallo,
zur Vollaussteuerung kommt es ja garnicht.
Laut Simulation haben Vorstufe und PI einen Klirr von zusammen 0,55% bei 13,5Veff Ausgangsspannung und voll überbrücktem Rk und ich bin auf 11,4Veff runtergegangen, zusätzlich wird durch die Stromgegenkopplung der Klirr der Vorstufe verringert.
Die Endstufe macht bei 14W Ausgangsleistung 3,5%, wenn man von einer Linearität ausgeht, sind es bei 10W 2,33% Endstufenklirr.
Bei 10W macht der AÜ einen Frequenzgang von 30Hz - 30Khz (-1dB)..der Amp hat Tiefpassbedingt bei 20kHz schon eine Dämpfung von 0,145dB, bei 30kHz sind es 0,32dB. Bevor der AÜ also klirrt, wird der Amp so stark bedämpft, dass der Klirr, der durch den AÜ verursacht wird, ausreichend gemindert wird. Untenrum sieht es ähnlich aus: bei 30Hz habe ich eine Bedämpfung von (Hochpass 1 + [[Hochpass 2 + Hochpass 3]*0,7] 0,132dB, was im Bassbereich locker reicht, da man den Klirr im Bassbereich bei weitem nicht so stark hört wie in anderen Frequenzbereichen.
Die ÜAGK erledigt den Rest und der Lautsprecherklirr ist Typenabhängig.
Grüße, Thomas
Nachtrag: Der warme Klang kommt mMn eher durch die Zurückhaltung von k3 und anderem ungeraden Obertonklirr. Im Datenblatt von GE ist vermerkt "low third and higher-order harmonic distortion" Der k2-Anteil ist der größte, was Triodenähnlichen Klang vermuten lässt.
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GüntherGünther



Anmeldungsdatum: 28.11.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: Mo 23.Dez 2013 23:06:48    Titel: Bauteile finden Antworten mit Zitat

Hallo,
ich habe beim Bauen noch mal ein wenig rumexperimentiert:
Die ECC832 ist durch ihren geringeren Ri (1. Unit) von 80k (im Vergleich zu 1M bei der Pentodenunit der ECF80!) leichter zu handhaben.

Deshalb habe ich mich spontan wieder zur ECC832 entschlossen, ein paar Abstriche in Sachen ÜAGK und Eingangsempfindlichkeit musste ich machen, dennoch konnte der Klirr der Vor- und Kathodynstufe von 0,45% auf 0,124% verringert werden, was natürlich ein Vorteil ist.
Bedingt durch die höhere Eingangsempfindlichkeit habe ich gleich einen Line-Preamp entworfen, den ich aber erstmal aufbauen muss, bevor ich ihn hier teile. In der Simulation hat er bei 0dBu Eingangsspannung einen Klirr von nur 0,01% bei einer Verstärkung von 13dB.
Der Gesamtklirrfaktor der Schaltung mit Trioden bei 10W an 8 Ohm in der Simulation liegt bei 3%, womit ich eigentlich ganz zufrieden bin!
Die Arbeitswiderstände habe ich angepasst, um den Klirr weiter zu senken.
Auch die Eingangssektion ist anders gestaltet: Ich habe erfahren müssen, dass der Schalter nicht das optimale zum Umschalten Mono/Stereo ist, deshalb verwende ich nun 2 6,3mm Buchsen.

Schöne Weihnachten,
Thomas
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GüntherGünther



Anmeldungsdatum: 28.11.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: Di 11.März 2014 19:04:53    Titel: Bauteile finden Antworten mit Zitat

So, endlich ist die Endversion erreicht. Habe den vermeintlich fertigen Verstärker geschätzte 1000x umgebaut Laughing
Habe auch das neue Gehäuse fertig gemacht.
Der neue Schaltplan ist im Anhang.

Änderungen:
- Gleichspannungskopplung Vorstufe - Kathodyn
- Vorstufe im nahezu idealen Arbeitspunkt (V = 86, was vergleichsweise nah bei dem µ von 100 ist)
- Kathodenwiderstände angepasst
- Über-Alles-Gegenkopplung auf >15dB gebracht
- Klirrminderung der Vorstufe auf 0,1%

Die unkonventionellen Werte wie 4,99k und 1,1k als Gridstopper kommen daher, dass ich weitestgehend Widerstände verwendet habe, die ich zuhause rumliegen hatte.

Grüße, Thomas

PS.: Das 2013 ist eher ein 2013-2014 Embarassed

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GüntherGünther



Anmeldungsdatum: 28.11.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: Mo 30.Jun 2014 22:39:22    Titel: Bauteile finden Antworten mit Zitat

Nachtrag: Hier noch mehr Bilder.

Angeschlossen an die Klirrfaktormessbrücke wird ein Gesamtklirrfaktor von unter 1% erreicht Very Happy Sehr gute Nachrichten!

Grüße, Thomas

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Verfasst am: Heute 05:09:22    Titel: Bauteile finden

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