Messtechnik Oszilloskop Zeitbasis und Vertikalablenkung
Auch wenn Oszilloskope inzwischen sehr viele Zusatzfunktionen aufweisen, die eigentliche Grundfunktion ist immer noch das Darstellen eines Spannungsverlaufs in relation zur Zeit.

Die Vielzahl an Einstellungsreglern ist erstmal verwirrend, aber im Grunde genommen sind hierfür nur zwei Einstellungen vorzunehmen. Die Angaben hier beziehen sich auf ein Analog-Oszilloskop, da es etwas intuitiver zu verstehen ist, aber im Prinzip gelten die Aussagen auch für jedes Digitaloszilloskop,

Die Y-Ablenkung:



Vertikalablenkung

Je höher die am Eingang angelegte Spannung ist, desto weiter wird der Strahl nach oben abgelenkt. Da es natürlich sehr grosse und sehr kleine Signale gibt, muss man die Empfindlichkeit des Signaleingangs in weiten Grenzen einstellen können. Hierzu dient der Regler für die Y-Ablenkung, hier mit V/Div bezeichnet.

Die Einstellung gibt an, wieviele Volt Eingangsspannung notwendig sind, um den Strahl genau eine Einheit am Bildschirm abzulenken. Je niedriger dieser Wert ist, desto empfindlicher reagiert das Oszilloskop auf das Eingangssignal. Der hier gezeigte Regler kann auf maximal 5mV/DIV eingestellt werden. Da der Bildschirm 8 Einheiten in Y Richtung hoch ist, kann ein Signal von 5mV*8 = 40 mV so dargestellt werden, dass es genau den Bildschirm in Y-Richtung ausfüllt

Die Zeitbasis:



Horizontalablenkung

Diese Einstellung gibt an, wie schnell der Elektonenstrahl von links nach rechts geschrieben wird. Je kleiner die Zeitbasis, desto schneller geschieht dieses. Der hier gezeigte Regler kann bis zu 0.2us pro Einheit eingestellt werden. Da der Bildschirm 10 Einheiten breit ist, benötigt der Elektronenstrahl nun genau 10*0.2us=2us, um einen ganzen Bildschirm von links nach rechts zu schreiben, Dies entspricht genau einer Schwingung mit einer Frequenz von 500KHz

Dieses Signal wurde an die Eingangsstufe des Oszilloskops angelegt, wie zu erwarten, ergab sich folgendes Bild:



500kHz Sinus Signal mit 40mV Spitze-zu Spitze

Die Einstellung der Vertikal und Horizontalablenkung ist somit die Grundlegenste Einstelllung am Oszilloskop. Sie muss entsprechend dem erwarteten Signal vorgenommen werden. Wenn man die Zeitbasis falsch einstellt, sieht man im ungünstigtsen Fall nicht das relevante Signal. Wesentlich kritischer ist die Einstellung der Vertikalablenkung. Die Einstellung sollte immer zur maximal mögichen Spannung passen, da sonst schlimmstenfalls die Eingansstufe des Oszilloskops beschädigt werden kann!

Natürlich bietet ein Oszilloskop noch wesentlich mehr Einstellmöglichkeiten als nur Zeitbasis und Horizontalablenkung, aber diese beiden sind praktisch das Kernelement einer Messung mit dem Oszilloskop. Um ein stabiles Bild auf dem Schirm zu bekommen, braucht man zum Beispiel meist noch die sogenannte Trigger Funktion, diese startet den Schreibvorgang exakt dann, wenn das Eingangssignal eine bestimmte Schwelle überschreitet.


Weitere Informationen,Grundlagen,Bauanleitung,Schaltplan, Links zum Thema
Anzeigen:

Neueste Artikel
Anzeigen:
Aktuelle Newsbeiträge
Sie sind Besucher Nr. 1178682