Tips für den Umgang mit dem Entwickler Natriumhydroxid

Handelsübliche Packung Natriumhydroxid mit Dosierlöffel

Das Standard Mittel um fotobeschichtete Platinen zu Entwickeln ist Natriumhydroxid, im Folgenden auch mit seiner chemischen Formel NaOH abgekürzt. NaOH ist eine sehr häufig eingesetzte Chemikalie, sowohl in der Industrie als auch im Haushalt, zum Beispiel bestehen viele Abflussreiniger oder Grill / Backofenreiniger hauptsächlich aus dieser Verbindung.

NaOH als Entwickler wird in Form von kleinen Kügelchen oder Linsen geliefert und ist sehr preiswert bei Elektronik Versandhändlern erhältlich.

Natriumhydroxid ist stark hygroskopisch, das bedeutet, wenn es nicht in einem absolut dichten Behälter aufbewahrt wird, zieht es Feuchtigkeit aus der Luft an und die ansonsten trockenen Küglelchen werden zu einem feuchten Brei, der sich dann nur recht schwer dosieren lässt! Die oben im Bild gezeigte Verpackung ist nicht dicht genug, das NaOH darin ist schon ziemlich feucht. Entwickeln kann man damit aber immer noch!

Um es als Entwickler zu verwenden, löst man es in einer Konzentration von etwa 12 bis 15 Gramm pro Liter Wasser auf, daraus entsteht eine aggressive Lauge, die sogenannte Natronlauge. Um die Dosierung zu erleichtern, wird häufig ein kleiner Messlöffel mitgeliefert, dieser erlaubt das schnelle Portionieren der passenden Menge.

Nachdem man das NaOH in das Wasser gegeben hat, muss man gründlich schütteln, um die Kügelchen vollständig auufzulösen. Die fertige Lauge ist dann bereit zum Entwickeln der belichteten Leiterplatte, die Verarbeitung erfolgt dabei etwa bei Zimmertemperatur.

Der Umgang mit dieser Lauge erfordert natürlich gewisse Vorsichtsmassnahmen. So muss man zum Beispiel ganz besonders darauf achten, keinen Spritzer davon in das Auge zu bekommen, dieses ist besonders empfindlich. Eine Schutzbrille und Schutzhandschuhe (Latex) sowie alte Kleidung oder ein Laborkittel sind also unbedingt erforderlich. Eine Augendusche in Griffweite (Spülflasche fürs Auge) für Notfälle ist auch keine schlechte Idee!

Kleine Spritzer der fertigen Entwicklerlösung auf der normalen Haut sind relativ unproblematisch, sofort gründlich mit Wasser abspülen reicht in der Regel aus. Macht man dies nicht, beginnt es recht bald kräftig zu jucken! Beim Ansetzen des Entwicklers ist darauf zu achten, dass keines der kleinen Kügelchen verloren gehen, diese haben nämlich die unangenehme Eigenschaft, recht bald klebrig - flüssig zu werden und zu kleinen, hoch konzentierten Laugentröpfchen zu zerfliessen, die man besser nicht berühren sollte.

Die fertig angesetzte Entwicklerlösung lässt sich in einer dicht schliessenden Plastikflasche übrigens jahrelang aufbewahren, eine Verschlechterung der Eigenschaften habe ich dabei noch nicht beobachten können.

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