Belichten und Entwickeln von Platinen
Elektronische Schaltungen werden in der Regel auf einer sogenannten Platine aufgebaut. Das ist eine Trägerplatte, meist aus Hartpapier oder Glasfasergewebe/Epoxidharz, welche mit Kupfer beschichtet ist.

Eine Platine sorgt für die mechanische Stabilität, und gleichzeitig stellt das Kupfer die benötigten Verbindungen zwischen den einzelnen Bauteilen her.

Möchte man seine Schaltungen dauerhaft nutzen, lohnt es sich meist, dafür eine Platine zu erstellen. Hat man seine Platine fertig entworfen (Das "Layout") kann man sie entweder im Auftrag fertigen lassen oder selber herstellen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man vom Layout zur fertigen Platine kommen kann, ich benutze seit Jahren den Foto-Prozess.

Hierbei wird eine beschichtete Platine belichtet, entwickelt und geätzt. Das klingt recht einfach, aber bis man dieses Verfahren beherrscht, benötigt man doch etwas Übung.

Achtung:

Diese Anleitung enthält keine Hinweise für den sicheren Umgang mit dem Entwicker, sondern zeigt nur die zur Platinenherstellung nötigen Schritte. Einige wichtige Tips für den sicheren Umgang finden sich auf dieser Seite.

Der Erste Schritt dabei ist die Erstellung einer geeigneten Vorlage. Dies geschieht üblicherweise mit einem Layout Prgramm, Eagle, Target oder Kicad sind besonders im Hobbybereich verbreitete Systeme, die für Heimanwender sogar kostenlos sind.


Test Layout, mit Eagle erstellt.

Hat man seine Platine fertig, muss man zuerst eine Vorlage zur Belichtung ausdrucken. Diese Vorlage muss möglichst für UV Licht undurchlässig sein, ich verwende einen handelsüblichen Laserdrucker (HL1250 von Brother).

Als Trägermaterial für den Ausdruck verwende ich normales Transparentpapier, das ist preiswert und liefert sehr gute Resultate.


Ausdruck auf preiswertem Zeichentransparent Papier.

Der Ausdruck sollte immer so erfolgen, dass die bedruckte Seite beim Belichten direkt auf der Platine aufliegt, damit wird das Leiterbild wesentlich genauer abgebildet. Hierfür bieten alle Programme die Möglichkeit an, den Ausdruck entsprechend zu spiegeln.


Passend zurechtgeschnittene Platine.
Gutes Entgraten der Kanten ist dabei wichtig!

Durch den Schaumstoff im Deckel des Gerätes wird die Platine sanft auf die Vorlage gedrückt.


Vorlage im Belichtungsgerät.
Das UV Licht kommt von unten.

Die Belichtung erfolgt mit UV Licht, ich habe ein kleines Belichtungsgerät hierfür angeschafft. Typische Belichtungszeit ist bei mir 1 Minute und 50 Sekunden.Die Schutzfolie erst unmittelbar vor der Belichtung von der Platine abziehen, die Verarbeitung läuft bei gedämpftem Tageslicht, eine spezielle Dunkelkammer ist nicht notwendig.


Ganz schwach erkennt man das Leiterbild.

Nach der Belichtung kann man schon ganz schwach das Leiterbild auf der Platine erkennen. Die Entwicklung erfolgt mit Natriumhydroxid in Wasser gelöst, 12 Gramm pro Liter. Die Platine wird in eine Kunststoffschale eingelegt, mit einem weichen Pinsel kann man die belichteten Stellen leichter ablösen.


Platine im Entwickler.

Nach dem Entwickeln sieht man das Leiterbild sehr deutlich, alle belichteten Stellen müssen blank sein. Die so erhaltene Platine wird nun gründlich mit Wasser abgespült und ist bereit für das Ätzbad.


Fertig entwickelte Platine.

Natürlich gibt es noch viele weitere Methoden, seine Platine zu Belichten, ich habe hier nur meine persönliche Methode vorgestellt, welche ich mit gutem Erfolg seit Jahren verwende.

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