Bauplan Schaltplan EL 84 Endstufe Röhrenverstärker

EL84 Universalplatine

Fast jeder, der sich erstmalig mit der Materie der Röhrenverstärker auseinander setzt, wird wohl ziemlich verwirrt sein über die Vielfalt an möglichen Schaltungen und Röhrentypen. Um bei dieser Frage eine kleine Hilfestellung zu geben, wurde diese Platine entwickelt. Basierend auf der preiswerten und gut erhältlichen Pentode EL84 kann man sehr schnell erstaunliche Resultate mit dem ersten selbstgebauten Röhrenverstärker erzielen. Aber auch für fortgeschrittene Röhrenfreaks ist diese Schaltung interessant, denn mit hochwertigen Übertragern versehen versetzt die EL84 trotz ihrer geringen Ausgangsleistung die Zuhörer immer wieder in erstaunen. In der Tat reichen die 2-6 Watt leicht aus, um auch ein grösseres Zimmer in hoher Lautstärke zu beschallen. Die EL84 klingt ausserdem noch richtig gut dabei!

Hier erstmal das Schaltbild, es sieht recht übersichtlich aus:

Die Schaltung ist natürlich nur ein kleiner Teil einer Endstufe, hinzu kommen noch ein Netzteil sowie Ausgangsübertrager.

Das Netzteil muss erstens eine Heizspannnung zur Verfügung stellen und zweitens eine brummfreie Hochspannung von ca 250V.

Ein passendes Netzteil wird z.B. hier beschrieben .

Hier der Bestückungsplan sowie das Layout. Das Layout ist als hochaufgelöstes Bild hier zu finden.

Die Heizspannung für die Röhre wird an X2 angeklemmt, die Betriebsspannung an X3 und der Ausgangsübertrager an X4.

Eine Pentode kann in drei Gundschaltungen betrieben werden:

  • Pentode
  • Ultralinear
  • Triode

Jede dieser drei Schaltungen besitzt einen anderen Klangcharakter, hier ist also experimentieren angesagt!

Hier ein Überblick über die Schaltungsvarianten:

Pentodenschaltung Schirmgitter auf Anodenspannung J1 bestückt J2 nicht bestückt Übertrager an X4/1 und X4/3 Ua=Ug2=250V Übertrager 5.2kOhm Kathodenwiderstand 135Ohm Ruhestrom 48mA
Pentodenschaltung, Eigene Schirmgitterspannung (eher seltene Schaltungsvariante) J1 nicht bestückt J2 nicht bestückt Übertrager an X4/1 und X4/3, Ug2 an X4/2 Übertrager 5.2kOhm Kathodenwiderstand 135Ohm Ruhestrom 48mA
Ultralinearschaltung Schirmgitter mit Abgriff von Ausgangsübertrager verbunden J1 nicht bestückt J2 nicht bestückt Übertrager an X4/1 und X4/3, Ultralinearabgriff an X4/2 Übertrager mit UL-Abgriff erforderlich
Triodenschaltung Schirmgitter mit Anode verbunden J1 nicht bestückt J2 bestückt Übertrager an X4/1 und X4/3 Ua=250V Übertrager 3.5kOhm Kathodenwiderstand 270Ohm Ruhestrom 34mA

Als Richtgrösse für die Bauteilwerte:

R1 je nach Schaltungsvariante, siehe Tabelle

R2 1kOhm

R3 1MOhm

R4 100Ohm/1W

C1 470uF/35V

Zur Röhre:

Als Röhre kommen alle Typen in Frage, die mit der EL84 vergleichbar sind. Die Schaltung wurde mit diesem Typ getestet.

Bestückungshinweise:

Am leichtesten Bestücken lässt sich die Platine, wenn man mit den niedrigsten Bauteilen beginnt also Drahtbrücken und Widerstände. Dadurch können Sie ein Bauteil einstecken, die Platine umdrehen und flach auf eine geeignete Unterlage legen. So wird das zu lötende Bauteil an seinem Platz gehalten. Empfehlenswert ist auch eine Biegelehre, die es für wenig Geld im Elektronikfachhandel gibt. Damit lassen sich die Bauteile sehr schnell und präzise auf die verwendeten Rastermasse biegen.

Beim Einlöten der Röhrenfassung ist folgendes zu beachten:

Je nach verwendetem Typ ist es unbedingt erforderlich, dass beim Festlöten eine Dummy-Röhre (z.B. eine alte Röhre) in der Fassung steckt, so dass die Lötstifte in der richtigen Position festgelötet werden können. Wird dies nicht beachtet, so kann durch erhöhte mechanische Spannung an den Röhrenstiften die Röhre beim Einstecken oder im Betrieb springen! Niemals an der Fassung löten, wenn eine „richtige“ Röhre darinsteckt, durch die Wärmeübertragung kann diese zerstört werden!

Für den Schirmgitterwiderstand und den Kathodenwiderstand sollten mit 1W belastbare Typen verwendet werden, für den Gitterableitwiderstand R3 1MOhm, für den Gridstopper-Widerstand R2 1kOhm 0.25W. C1 sollte ca 470u-1000u bei min 16V sein.

Die Röhre wird im Betrieb sehr heiss, achten sie auf ausreichende Belüftung!

Die EL84 benötigt mehrere Volt am Eingang, um die volle Ausgangsleistung zu erreichen. Eine Ansteuerung mit einem entsprechenden Vorverstärker ist deshalb zu empfehlen. Für erste experimente reicht ein CD-Player mit Kopfhöerausgang, dieser liefert i.d.R. genug Pegel zum Ansteuern der Endstufenplatine. Wichtig ist dabei, dass der Ausgang der Vorstufe gleichspannungsfrei über einen Kondensator ausgekoppelt ist, was aber meist der Fall sein dürfte.

Legen Sie nie ein Signal mit einem Gleichspannungsanteil an die Endstufenplatine an, das kann die Röhre sowie den Übertrager zerstören!
Betreiben Sie einen Röhrenverstärker auch nie ohne Last, d.H. sorgen sie immer dafür, dass die Lautsprecher korrekt am Übertrager angeschlossen sind!

Lieferanten für passende Ausgangsübertrager sind in den Links aufgeführt.

Hier noch eine Ansicht einer kompletten Endstufe mit Trafo, Übertrager und Netzteil, fertig zum Einbau in ein Gehäuse.

Links der Netztrafo, rechts der Ausgangsübertrager. Der Übertrager ist in diesem Fall grösser als der Netztrafo, obwohl er nur für 6 Watt ausgelegt ist. Trafo und Übertrager sind von www.askjanfirst.com, und sind sowohl preislich als auch von der Qualität uneingeschränkt zu empfehlen.

Ich betreibe diese Endstufe wie abgebildet an zwei JBL Control 1G Boxen, die einen relativ geringen Wirkungsgrad haben. Mit den EL84- Endstufen (ich bevorzuge den Triodenbetrieb) klingen sie unglaublich Transparent und erstaunlich kräftig im Bassbereich. Die Lautstärke ist dabei mehr als ausreichend. Ich benötige keinerlei Klangregelung. Meinen Transistorverstärker habe ich in den Ruhestand geschickt.

Bauteile für dieses Projekt - Anzeigen:
Aktive Bauelemente

Passive Bauelemente


Weitere Informationen,Grundlagen,Bauanleitung,Schaltplan, Links zum Thema
Anzeigen:

Neueste Artikel
Anzeigen:
Aktuelle Newsbeiträge
Sie sind Besucher Nr. 1213932