Bauplan Schaltplan Röhren Kopfhörer Verstärker OTL
Wer einmal vom Röhrenvirus infiziert ist, für den gibt es fast keine Heilungschance mehr.

Wenn man seinen ersten einfachen Verstärker zum laufen gebracht hat, kommt schnell der Wunsch auf, etwas neues zu versuchen. Ein lohnendes Projekt ist dabei ein Röhren Kopfhörer Verstärker. Wer einmal den unvergleichlich weichen, fülligen und dennoch präzisen Klang eines solchen erlebt hat, besonders im direkten Vergleich zu einem Transistorverstärker, der kann eigentlich garnicht anders als sich schnellstmöglich selbst einen Röhrenkopfhörerverstärker zu bauen.

Dazu gibt es eine Reihe von brauchbaren Schaltplänen und Kozepten. Der hier vorgestellte Schaltplan fällt dabei in die Kategorie der OTL Verstärker (Output Transformerless). Wie Sie sicher schon wissen, benötigen Röhrenverstärker aufgrund ihrens hohen Ausgangswiderstandes ein der Regel einen Ausgangstransformator, welcher die Schaltung meist recht teuer macht.

Kopfhörer benötigen aber nur wenige 10mW, um ausreichende Lautstärke zu erreichen, so kann man hier durch besondere Schaltungstechnik auch ohne Ausgangstrafo auskommen.

Die hier gezeigte Schaltung beruht auf dem bekanneten Morgan Jones Amplifier, wie er hier beschrieben wird,

http://headwize.com/projects/showfile.php?file=cmoy5_prj.htm

Weitere theoretische Betrachtungen und Berechnungen zu diesem Verstärkertyp gibts hier auf dieser überaus interessanten Seite:

http://www.tubecad.com

Die hier vorgestellte Schaltung vereint den kompletten Verstärker inklusive einem stabilisierten Netzteil auf einer Platine, was den Nachbau besonders einfach macht.

Zur Schaltung selbst:

Sie besteht aus einem Netzteil sowie zwei identischen Zweigen für jeden Kanal.

Das Netzteil verwendet eine bewährte Mosfet Stabilisierung, die eine sehr saubere Gleichspannung von ca 220V liefert. Damit läuft der Verstärker ohne hörbare Brummstörungen.

(Klick auf das Bild für hochaufgelöste Darstellung)

Vom Netzteil werden dann zwei identische Kanäle des Verstärkers gespeist.

Das Eingangssignal wird über eine einfache Triodenstufe verstärkt und dem Gitter der Oberen Röhre zugeführt. Am Anodenwiderstand der Oberen Röhre erscheint dann ein um 180 Grad phasenverschobenes Signal, welches über einen Koppelkondensator auf das Gitter der unteren Röhre geführt wird.

Die beiden Röhren arbeiten dadurch entgegengesetzt und sorgen so für einen sehr niedrigen Ausgangswiderstand (Whites Cathode Follower)

Das Ausgangssignal wird über einen dicken Koppelkondensator dann über eine kleine Schutzschaltung auf den Ausgang geführt.

Die Schutzschaltung bestehend aus einer Sicherung und 2 antiseriellen Z-Dioden verhindert, dass im Fehlerfall gefährlich hohe Spannungen am Ausgang auftreten (z.B. Durchschlag eines Elkos)

(Klick auf das Bild für hochaufgelöste Darstellung)

Der Aufbau ist auf einer einseitigen Platine von ca 183*108mm relativ problemlos möglich. Es sollte wenn möglich Basismaterial mit 70u Kupfer verwendet werden, um möglichst niedrige Leiterbahn-Widerstände zu erhalten, insbesondere für die Heizspannungen.

(Klick auf das Bild für hochaufgelöste Darstellung)

Ein hochaufgelöstes Layout 1200dpi gibts kostenlos auf Anfrage.

Stückliste als PDF zum Download

Hier ein Bild des ersten Prototyps.

Auf der Platine können den Elkos jeweils ausreichend dimensionierte Folienkondensatoren parallel geschaltet werden, um noch bessere Hochton-Widergabe zu erhalten.

Ist die Platine in ein Gehäuse eingebaut, so kann der Kopfhörer über eine Einbau-Klinkenbuchse, die an die frontseitigen Anschlusse auf der Platine angeschlossen werden, betrieben werden. (rot-schwarze Litzen im Vordergrund).

Als Netztrafo habe ich übrigens den TRA201 von Jan Wüstens verwendet.

Diese Platine koennen Sie bei www.askjanfirst.com bestellen.

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