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Gefährlicher OTL Kopfhörerverstärker

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Gefährlicher OTL Kopfhörerverstärker

Von Holy am 29.01.2006 23:47

Hallo

Auf der Projektseite wurde ja darauf hingewiesen das es unter Umständen zu einem durchschlagen der Ausgangselkos kommen könnte.

Mir kam die Frage in den Sinn, ob es nicht möglich wäre den Verstärker durch einen 1:1 Übertrager galvanisch vom Kopfhörer zu trennen.

Ich benutze einen Sennheiser HD650 mit einer Impedanz von 300R.
Das würde bedeuten das ich zwei 300R:300R Übertrager bräuchte.

Ginge das ?

Gruß

Von dunkelmann am 30.01.2006 07:40

Natürlich ist das möglich und wird auch in manchen Kopfhörerverstärkern so gemacht. Man nimmt dann aber in der Regel keinen 1:1 sondern einen 1:10 oder so übertrager, um einen möglichst niedrigen Ausgangswiderstand zu erreichen.

Die Gefährlichkeit ist natürlich relativ:

Es kann nur dann was passieren, wenn ein Kondensator einen Kurzschluss bekommt, was schon extrem selten ist. Ausserdem sind moderne Kopfhörer meist recht gut isoliert.


Eine gute Sicherheitsmassnahme ist, zwei 36V Z-Dioden (1W-Typen) antiseriell zu schalten und über eine flinke Feinsicherung an den Ausgang zu hängen. Dann kann eigentlich keine gefährliche Spannung mehr am Hörer auftreten.

dkm

Von Holy am 30.01.2006 11:50

Hallo Dunkelmann

Z-Diode Antiseriell, Bild 1b: http://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/bilder/zdbandr1.gif

Gehe ich recht der Annahme das ich durch das einbringen der Z-Dioden eine max. Spannung von ca. 72V am Ausgang habe ?

Wie könnte ich die Sicherung bemessen ?



Gruß

Von dunkelmann am 30.01.2006 12:07

Durch zwei antiserielle Z-Dioden von 36 Volt ergibt sich eine maximale Ausgangsspannung von ca 36.7V Scheitelwert (immer eine Z-Spannung und eine Durchlassspannung).

Im Normalbetrieb sind die Z-Dioden "unsichtbar", da die Ausgangsspannung kleiner als diese 36.7 Volt ist. Erst im Fehlerfall würden die Z-Dioden leitfähig und die Spannung auf ein ungefährliches Mass begrenzen.

Für die Sicherung würde ich 100-200mA flink / superflink oder sowas nehmen, ich habs noch nicht ausprobiert. Ich vertraue meinem Kopfhörer.

Von Holy am 30.01.2006 12:21

Hört sich gut an. Damit wäre die Halbleiterfrage für mich erklärt.

Jetzt würde ich gerne auf das Übersetzungsverhältnis des AÜ`s zurückkommen.

Du schreibst das man dafür eher ein Verhälnis von 1:10 nimmt.

Also prim. 30R zu sek. 300R.

Mit meinem spärlichen Englisch meine ich zwar gelesen zu haben das der Verstärker Lasten mit 30R treiben kann, würde ihn aber nahe der Leistungsgrenze betreiben, oder ?

Gruß

Von dunkelmann am 30.01.2006 12:31

natürlich 10:1 (jenachdem, wie mans sieht), also die hochohmige Wicklung an den Ausgang, und die niederohmige an den Kopfhörer.

Ich habe in einem Projekt mal gesehen, dass ganz normale kleine netztrafos (24 Volt Sekundär) verwednet wurden, offenbar mit ganz brauchbaren Resultaten!

Der Sinn einer OTL-Schaltung ist aber jedoch genau der, dass man sich den Übertrager spart.

Wenn man auf einen Übertrager nicht verzichten will, gibts geeignetere Schaltungen. Dann braucht man auch nicht unbedingt einen White Cathode follower, welcher auf niedrigen Ra optimiert ist, sondern dann reicht eine ganz normale Single Ended Tridode / Pentode mit passendem AÜ.

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