Anzeige:

Mein neuer UV-Belichter mit UV-LEDs - wie lange belichten?

Hier finden sie die archivierten Beiträge des alten PHPBB Forums von www.loetstelle.net

Mein neuer UV-Belichter mit UV-LEDs - wie lange belichten?

Von gerold am 30.03.2008 21:16

Hallo!

Ich habe mir heute einen UV-Belichter aus UV-LEDs und einem Karton gebastelt. Jetzt muss das Ding nur noch funktionieren. :-) Denn, ich habe absolut keine Erfahrung mit dem Belichten von Platinen.

Ich habe keine Ahnung, wie lange man belichten muss. Ich habe vor, die Schaltungen mit meinem Brother HL-5030 Laserdrucker auf zwei handelsübliche DIN-A4 Papierblätter auszudrucken. Diese übereinander zu legen und mit "Pausklar 21" Spray durchsichtig zu machen. Diese möchte ich direkt, auf mit "Positiv 20" eingelassene Platinen, legen und dann belichten.

Hier ein paar Bilder:

http://halvar.at/elektronik/uv_belichter_karton/uv_belichter_karton_01_mittel.jpg

http://halvar.at/elektronik/uv_belichter_karton/uv_belichter_karton_02_mittel.jpg

http://halvar.at/elektronik/uv_belichter_karton/uv_belichter_karton_03_mittel.jpg

http://halvar.at/elektronik/uv_belichter_karton/uv_belichter_karton_04_mittel.jpg

Die 50 LEDs leuchten mit 402-405 P(nm) und 1000-2000 mcd.

Ich bräuchte einen Richtwert. Muss ich Sekunden, Minuten oder Stunden belichten? Ich werde sowiso noch ein paar Tests machen, aber irgendeinen Anhaltspunkt bräuchte ich schon.

mfg
Gerold
:-)

Von loetadmin am 30.03.2008 21:28

mach einfach eine 'Belichtungsreihe'

Nimm ein Layout, eventuell mit definierten Test-Linien und einen undurchsichtigen Karton.
Dann Lege den Karton auf deine layout-Vorlage und schalte den Belichter ein.

Jede Minute dann den Karton um 1-2 cm wegziehen.

Dann hast Du eine Platine, bei der jedes Stück eine Minute länger belichtet ist.
Dann entwickeln und schauen, ab welcher Belichtungsdauer die Leiterbahnen git entwickelt werden.

Ich hab mal Tests mit UV-LED's gemacht, bei geringem Abstand, paar cm, reichten 3-4 Minuten.

Von gerold am 30.03.2008 21:50

loetadmin hat folgendes geschrieben:
bei geringem Abstand, paar cm, reichten 3-4 Minuten.

Hallo loetadmin!

Danke. Dann werde ich in den nächsten Tagen mal ein paar Belichtungsreihen machen. Mit einem Papierblatt, mit zwei übereinander gelegten Papierblättern und vielleicht auch mit Overheadfolien.

lg
Gerold
Smile

Von BellaD am 30.03.2008 23:35

Hoi

PApier mit PAusklar ist schlecht - geringe UV durchlässigkeit -
2 übereinander noch schlechter - am besten ist Tintendrucker auf Conrad Folie - da die overheadfolien für LAser zu stark beschichtet sind .
Aber probieren geht ueber studieren wie man so schön sagt .
Da gibts bei Bungard ne schöne Anleitung - von Positiv 20 kann ich auch nur abraten da hatte ich noch nie erfolg mit und hab das dann gelassen .#Am besten ist Bungard Fotopositiv beschichtet , da klappt es zu 98% immer.
Zum Entwickler kann ich nur sagen Bungard will es etwas härter - ich nehme da 1/2 Wasser 23° mit 10 gr. Entwickler - also doppelt so stark wie in der Anleitung - der Tip ist übrigens von Bungard Smile .Wenn das richtig belichtet ist muss das in 1-2min entwickelt sein !
hf

Von TheBug am 31.03.2008 01:48

Ach ja, die alten Tage in der Dunkelkammer...

Von UJ am 31.03.2008 10:54

Hallo,

wenn du es ausprobiert hast,wäre ich sehr interessiert ob und wie gut es funktioniert hat.

Habe selber schon mit dem Gedanken an nen LED-Belichter gespielt,hab sogar die LEDs schon da.

Bin dann aber doch auf die Variante "Scannergehäuse + Gesichtsbräuner-Röhren" umgestiegen.Die klappt nämlich verdammt gut und ist recht billig.

Was mir bei dir allerdings aufgefallen ist,ist der Große Abstand zwischen LEDs und der Platine.Da könnte es recht lange dauern,bis sich was tut.Auch hätte ich Bedenken,dass die LEDs zu punktförmig strahlen (vielleicht könnte man die Pappe innen irgendwie verspiegeln - glatte Alufolie).Viele legen größten Wert auf eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung.
Wie realisierst du,dass die Folie bzw. dein Papier plan auf der Platine aufliegt??

Ich würde mal behaupten,dass du locker mit 3min oder mehr dabei bist.Bei meinem Belichter hatte ich mit etwa 2min angefangen,aber mittlerweile reichen auch 45sek.Die LEDs sind allerdings bei weitem nicht so leistungsstark,deshalb ruhig erstmal im Minutenbereich arbeiten.


Was die Edith noch sagen wollte: sehr schön aufgeräumter Arbeitsplatz.Wenn es nur bei mir auch mal so aussehn würde Laughing

Von gerold am 15.06.2008 16:58

Hallo!

Endlich ist es so weit. Ich kann einen Fortschritt berichten. Der Belichter funktioniert wunderbar.

Ich wollte für meinen ersten Test kein Risiko mit Pausklar oder mit eigenem Laserdrucker bedruckten Folien eingehen. Deshalb habe ich eine fertig bedruckte Folie aus einem alten Schaltplanbuch genommen.

Zum Testen hatte ich mir am Vorabend eine Platine mit KONTAKT POSITIV 20 beschichtet und im Ofen bei 60 °C getrocknet.

Mein erster Versuch ging kläglich schief. Ich belichtete 2 Minuten und hatte die Natriumhydroxyd-Lösung zu stark angerührt. Keine drei Sekunden nachdem ich die belichtete Platine in das Entwicklerbad legte, war alles verschwunden. Aber man konnte noch gut beobachten, dass etwas belichtet wurde. Die Leiterbahnen waren kurz sichtbar.

Mein zweiter Versuch war ein voller Erfolg. Ich belichtete 90 Sekunden und verdünnte das Entwicklerbad nach Gefühl so, dass die angegebene Dosierung von 10 g Natriumhydroxyd auf 1 Liter Wasser in etwa eingehalten wurde. Die Lösung könnte so um die 40 °C warm gewesen sein. Nach wenigen Sekunden sah man die Leiterbahnen. Ich wollte diesmal kein so großes Risiko eingehen und habe die Platine nach ca. 6 Sekunden aus dem Entwicklerbad in ein warmes Wasserbad getan. Die Platine blieb noch ein paar Minuten im Wasserbad, bis ich die Ätzlösung aufgesetzt hatte.

Zum Ätzen nahm ich zuerst 200 g Natriumpersulfat auf einen Liter Wasser. Aber während dem Ätzen habe ich nach Gefühl noch ein wenig von dem Zeugs hinzugegeben. Es dauerte mir einfach zu lange. Ich schätze mal, dass ich zum Schluss eine Mischung aus ca. 300 g Natriumpersulfat und 1 Liter Wasser zusammengemischt hatte.

Die Ätzlösung war 40 °C warm. Die werde ich nächstes mal sicher auf 50 ° erhitzen. Während dem Ätzen habe ich ständig mit einer Plastikpinzette umgerührt oder die Schüssel geschwenkt. Also genau weiß ich es nicht mehr, aber es waren sicher mehr als 10 Minuten - vielleicht 15 Minuten. Zuerst hat man lange keine Änderung gesehen. Zum Schluss zu konnte man dann zusehen, wie das Kupfer weggeätzt wurde.

Also ich bin mit dem Belichter sehr zufrieden. Jetzt muss ich es nur noch schaffen, selber eine Folie in guter Qualität herzustellen. Ich werde auch noch normales Papier mit PAUSKLAR ausprobieren. Aber für heute habe ich genug experimentiert.

Hier zwei Bilder von der Platine. Wenn man draufklickt, kommt man zu den größeren Bildern. Und was da so ungleichmäßig vor sich hin glänzt ist Lötlack, der noch nicht trocken ist.





Das Ergebnis ist nicht mit dem Schrott vergleichbar, den ich mit dem Laserdrucker und dem Bügeleisen produziert habe. Das Bügeleisen kriegt die Mama wieder zurück. Wink

mfg
Gerold
Smile

PS:

UJ hat folgendes geschrieben:
Was mir bei dir allerdings aufgefallen ist,ist der Große Abstand zwischen LEDs und der Platine.

Ich habe den Abstand so groß gewählt, da die LEDs einen ziemlich kleinen (ich glaube 20 °) Lichtwinkel haben. So überlappen sich die Lichtkegel besser. Und da mein Test mit 90 Sekunden funktioniert hat, denke ich mal, dass es so recht gut passt.

Ganz unten liegt ein weiches Mauspad, dann die Platine. Darauf die Folie und darüber habe ich noch eine dünne Glasscheibe aus einem Bilderrahmen gelegt.

.

Von RuSsFiGhTeR am 16.06.2008 01:49

Wo kriegt man solche uv-leds her ??

Von gerold am 16.06.2008 08:59

RuSsFiGhTeR hat folgendes geschrieben:
Wo kriegt man solche uv-leds her ??

Hallo RuSsFiGhTeR!

Ich hatte die 50 LEDs von led1.de http://www.led1.de/shop/. Aber bei e*bay gibt es oft ziemlich günstige Angebote.

lg
Gerold
Smile

Von gerold am 11.08.2008 22:11

Hallo liebe Forenmitglieder!

Heute habe ich es wieder gewagt -- ich habe eine Platine geätzt. Und ich muss zugeben, dass ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden bin. Very Happy

Drei Platinen mussten dran glauben, bis ich den Trick raus hatte. Also, was bei mir überhaupt nicht funktioniert, ist das Ausdrucken des Layoutes auf Folie. Der Laserdrucker (Brother HL-5030) deckt einfach nicht gut genug dafür. Ich habe die Folie auch mit "Solvent 50 Etikettenlöser" eingesprüht. Es wurde zwar ein wenig besser, aber die Folie wurde auch ein wenig matt. Und dann passierte es auch noch, dass ich die Folie verkehrt rum auf die Platine gelegt hatte. Embarassed Aber wie man hier im Foto sieht, wäre es wahrscheinlich sowiso nichts geworden. Dieses Ding habe ich so ca. 2 Minuten belichtet. Gleich schwach wie meine früheren Versuche mit der Tonerdirektmethode (aufbügeln des Toners). Es funktioniert einfach nicht mit jedem Laserdrucker...



Dann probierte ich es mit einem Ausdruck (Laserdrucker Brother HL-5030) auf normalem Büropapier. Damit der Ausdruck ein wenig satter wurde, habe ich das Layout mit "Solvent 50 Etikettenlöser" eingesprüht. Vorherige Versuche haben gezeigt, dass es wirklich etwas bringt. Es kann zwar keine Wunder wirken, aber der Ausdruck wird sichtbar dichter.

Hier ein Vergleich. Eine Seite ist mit und eine ohne "Solvent 50".



Wenn man die bedruckte Seite berührt, während der Etikettenlöser noch feucht ist, dann verschmiert man den Ausdruck. Man muss das Blatt also vorher trocknen lassen, bevor man damit arbeiten kann.

Um das Blatt transparent zu machen, sprühte ich es satt mit "Pausklar 21" ein. Das Blatt wurde noch feucht auf die Platine gelegt und mit einer Glasplatte beschwert. Was ich nicht bedacht hatte, war die Blasenbildung unter der Glasplatte. Schon als ich meinen Belichtungskarton, nach ca. 4 Minuten, wieder von der Platine hob, sah ich, dass sich durch das Belichten ziemlich viele Blasen gebildet hatten. Aber ich versuchte es doch noch mit Entwickeln. Das Ergebnis waren viele schwarze Flecken. Außerdem bin ich drauf gekommen, dass dieses Pausklar eine ziemlich fettige Sache ist. Das muss man erst mal abwaschen, bevor man die Platine entwickelt. Gut, also habe ich wieder etwas gelernt. Das war eh nur eine Testplatine, die ich vor Wochen mal mit "Positiv 20" beschichtet hatte.

Jetzt war ich bereit für eine gute Platine. Ich habe mir einen kleinen Vorrat (leider zu klein) bei meiner letzten Kessler-Bestellung eingekauft.

Die neue Platine wurde schon etwas besser. Ich sprühte den Ausdruck wieder satt mit "Pausklar 21" ein. Aber diesmal trocknete ich den Rest mit einem Blatt Küchenrolle ab. Das transparente Papierblatt wurde mit der bedruckten Seite auf die Platine gelegt. Dann kam noch eine dünne Glasscheibe drauf und los ging es mit dem Belichten. Diesmal belichtete ich 4 Minuten. Dann habe ich die Platine ohne die Oberfläche zu berühren mit ein wenig Geschirrspülmittel abgewaschen. Aber schon beim Entwickeln wurde mir klar, dass das doch zu wenig war. Zu kurz belichtet und zu schlecht abgewaschen. Ich musste viel zu lange entwickeln, bis die Leiterbahnzwischenräume überall sichtbar wurden. Das war nichts. Wie man im Bild sieht, wurde die Sache ziemlich unscharf.



Gut, wieder etwas gelernt.

Bei der nächsten Platine ging ich jetzt fast gleich wie vorher vor. Zuerst das Papier satt mit "Pausklar 21" einsprühen. Dann das Papier mit Küchenrolle trocken wischen. Neue Platine auf den Tisch gelegt. Papier mit der bedruckten Seite auf die Platine gelegt. Glasscheibe drauf. 6 Minuten belichtet.
Dann habe ich die Platine gut mit Spülmittel und warmem Wasser abgewaschen. Diesmal habe ich dabei ein wenig mit den Fingern nachgeholfen. Und ab damit ins Entwicklerbad. Unter ein wenig Bewegung löste sich der überflüssige Fotolack von der Platine ab. Aber ich musste ein wenig mit einem Stückchen Küchenpapier nachhelfen. Also sind 6 Minuten doch zu wenig. Beim nächsten Mal werde ich es mit 7 Minuten versuchen.

Aber nichts desto trotz, konnte sich die entwickelte Platine sehen lassen. Smile



Ok, jetzt war das Ergebnis so gut, dass ich mich ans Ätzen machte. Die Ätzlösung habe ich in einem Gurkenglas gelagert. Mit einem Aquariumheizer, den ich von einer Freundin geschenkt bekommen habe, habe ich die Lösung direkt im Gurkenglas aufgeheizt. Ach ja, das hätte ich fast vergessen -- die Entwicklerlösung habe ich vorher auch ein wenig angewärmt. Sie wird so ca. 35 Grad warm gewesen sein.
Die Ätzlösung habe ich auf ca. 38 bis 40 Grad aufgeheizt. Mehr konnte ich nicht aus dem Aquariumheizer rausholen.

Unter ständiger Bewegung wurde die Platine geätzt. Das ging problemlos. Nach ca. 10 Minuten (oder waren es doch 15 Minuten?) war die Platine fertig.

Und das Ergebnis sieht so aus:



'Gar nicht einfach, so eine glänzende Platine zu fotografieren... Rolling Eyes



Leider ist es heute schon zu spät zum Bohren. Den Fotolack lasse ich noch drauf, damit die Kupferschicht nicht jetzt schon oxidiert. Morgen werde ich die Löcher bohren und den übrigen Fotolack mit Aceton abwischen. Danach werde ich die Kupferseite mit "Lötlack SK10" einsprühen und trocknen lassen.

Jetzt bin ich ein bischen stolz auf mich. Very Happy Und wahrscheinlich werde ich heute Nacht gut träumen. Wink

lg
Gerold
Smile

Anzeige: