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Frage zur Herstellung

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Frage zur Herstellung

Von modellfreund am 04.06.2008 18:08

Hallo,

ich will nun endlich auch mal mit Ätzen von Platinen beginnen. Aber ich habe sowas noch nie gesehen und auch nicht viel darüber erfahren. Meine Fragen sind:

- Mit welchem Programm erstelle ich am besten die Platine am PC?
- Brauche ich dafür spezielles Leiterplattenmaterial?
- Warauf wird das Platinenlayout gedruckt? Geht das auch mit Laser-Druckern?
- Wie kommt der Druck auf die Platine?

Oder gibt es eine gute Erläuterung im Internet?

Gruß Felix

Von kalledom am 04.06.2008 18:40

Hallo,
warum sind Alle so verrückt auf die "Matscherei" mit dem Platinen-Selber-Herstellen ?
Ab dem Zeitpunkt, wo keine Einricht-, Photo- und Ich-weiß-nicht-was-Kosten mit 200...400 DM zu bezahlen waren, sondern nur noch die Eagle-BRD-Datei abzugeben war (so ab 1990), sammle ich immer 1dm² und mehr zusammen und schicke die Eagle-Dateien zu einem PCB-Hersteller.
Das kostet ca. 23 Euro + MWSt. pro dm², also für eine 100 x 100 mm Platine (1dm² ist Mindestabnahme).
Da bekomme ich Industrie-Standard, verzinnt und mit Lötstopmaske.

Doppelseitig und durchkontaktiert liegt der Preis bei 33 Euro + MWSt.
Da stelle ich mich doch nicht mehr hin und fange an "rumzubasteln", das kostet viel Zeit und auch Geld. Rechnet mal den ganzen Kram zusammen.
Und dann noch die vielen Löcher bohren ? Aha, jetzt wird mir klar, warum so viele auf SMD umsatteln Very Happy

Es gibt noch preiswertere Platinen-Lieferanten, aber "meinen" kenne ich schon seit fast 20 Jahre; seine Qualität war immer 1A.

Von modellfreund am 04.06.2008 18:45

Was benötigt man denn alles dazu, dass es so teuer ist?

Gruß Felix

Von loetadmin am 05.06.2008 10:42

Manchmal ist es aber schon nicht schlecht, wenn man selbst was ätzen kann.

Auch wenn der Trend eindeutig zum Fremdfertigen geht, das ist inzwischen so preiswert geworden, dass Selberätzen kaum mehr lohnt.
Auch Doppelseitige Platinen und Durchkontaktierungen kann man nur schwer selber machen.

Aber egal...

Du benötigst:


Ätzmittel ca 5 Euro
Entwickler 3,50 Euro (hält ewig)
Schalen , Flaschen, Pinsel (10 Euro)
Glasplatte ca 5 Euro
Alter Gesichtsbräuner 10 Euro (oder andere UV-Lichtquelle).
Gesichtsbräuner mit UV-Leuchtstoffröhren gehen absolut super.

Fotobeschichtete Platinen nach Bedarf.

Grundausstattung also so ca 30-50 Euro, notwendig gewordene neue Kleidung durch Löcher und Flecken nicht mitgerechnet.

Ausdrucke mache ich mit sehr gutem Erfolg mit einem Laserdrucker auf normales Zeichentransparent-Papier

Layouts kann man mit einem Programm erstellen,

hier gibt z.B Eagle oder Target, beide gibt es als Freeware für Privatanwender. Welches man hernimmt ist Geschmackssache.

Gute Anleitungen zum Belichten und Ätzen finden sich zahlreich im Netz.

Von kalledom am 05.06.2008 11:47

Wenn es keine SMD-Bestückung ist, müssen noch Löcher in die Platine.
Dazu benötigt man als einmalige Anschaffung eine kleine Tisch-Stand-Bohrmaschine und mehrere Bohrer 0,8...1,5mm.
Ob jemand die Löcher mit einem "Dremel" in die Platine bekommt, kann ich nicht sagen; ich schaffe es nicht, zumindest nicht ohne 5 Bohrer für 20 Löcher Rolling Eyes
Dann gehört in die Kalkulation eigentlich noch der versaute Küchentisch und der braun-gefleckte Teppich; das sind einige dm² Platine Very Happy

Auch ich hätte da schon mal den Wunsch, sofort eine Platine haben zu wollen.
Die Anfertigung beim PCB-Hersteller dauert leider 10...15 Werktage.

Von Elektron am 05.06.2008 12:23

Mit dem Direkt-Toner-Verfahren werden die Ätzkosten erheblich gesenkt. Meine Kostenaufstellung:

- 100ml Aceton aus der Apotheke: 1,50€ (sehr ergiebig, hält länger als die Ätzlosung)
- 1kg Eisen-III-Chlorid: 3,30€
- Ätzschale aus säurefestem Material: 2,00€

Dann noch Platinenmaterial. Evtl. Lötstopplack. Löcher bohren brauche ich nicht, aber das sollte auch nicht das Problem sein. Mein Nachbar hat einen recht guten Dremel, Bohrer aufgesteckt und schon hat man Löcher drin.

Wenn man wirklich professionelle Ergebnisse erzielen will, dann bestellt man natürlich. Aber man muss ja nicht schwarz-weiß denken. Es gibt durchaus noch Menschen, die es eben noch nicht gemacht haben und einfach aus Neugier einmal selber ätzen wollen. Ich denke schon, dass man als Elektrotechniker mal so etwas gemacht haben sollte. Es soll ja Leute geben, die haben zwar den Titel. Aber einen Lötkolben ist denen völlig fremd.. geschweige denn dass sie wüssten wie man eine Platine ätzt.

Von TheBug am 05.06.2008 16:33

Ein Bohrständer ist beim Selbermachen von Platinen zwingend notwendig, da man sonst durch die Kosten der abgebrochenen Bohrer leicht den Preis für eine professionell gefertigte Platine überschreitet...

Wer es richtig komfortabel beim Bohren haben möchte besorgt sich Hartmetallbohrer speziell für Leiterplatten im Fachhandel. Sind zwar nicht ganz billig, bohren aber FR4 wie Butter und halten länger.

Von derguteweka am 05.06.2008 17:51

Moin,

Elektron hat folgendes geschrieben:
Es gibt durchaus noch Menschen, die es eben noch nicht gemacht haben und einfach aus Neugier einmal selber ätzen wollen. Ich denke schon, dass man als Elektrotechniker mal so etwas gemacht haben sollte. Es soll ja Leute geben, die haben zwar den Titel. Aber einen Lötkolben ist denen völlig fremd.. geschweige denn dass sie wüssten wie man eine Platine ätzt.


Also ich seh's an mir: Frueher hab' ich auch fuer jeden Pups selber ne Platine geaetzt und fand's klasse. Heute hab' ich da einfach keinen Bock mehr drauf, mit dem Kram rumzuferkeln. Also nehm' ich dann fuer daheim eher mal n Lochraster -
Ist also imho einfach eine Altersfrage. Aus meiner akiven Aetzzeit kann ich aber nur von Eisen3Chlorid abraten. Mit Wasserstoffperoxid und Salzsaeure laesst sich mit bisschen Uebung erheblich besser arbeiten. Das Zeugs kann man auch mal ein halbes Jahr irgendwo aufheben und es klappt immernoch. Eisen3Chlorid ist nach nem halben Jahr nur noch eklige Pampe.

Gruss
WK

Von BellaD am 05.06.2008 18:24

Moin

Bohrer würde ich bei e*bay kaufen - sind meistens wegen 'Standzeit' ausgewechselte Bohrer - aber dafür billig und für hobby anwendungen völlig ausreichend .

hf

Von akapuma am 05.06.2008 18:43

Hallo,

ich möchte mich auch mal melden, obwohl es über 20 Jahre her ist, wo ich eine Platine geätzt habe.

Damals galt Eisen-III-Chlorid als das billigere, aber auch schlechtere Ätzmittel, weil es Leiterbahnen leicht unterätzen würde.

Als teurer und besser galt Natriumpersulfat. Ich habe mal "Atzmittel" bei Reichelt eingegeben, die haben garnichts anderes.

Gruß

akapuma

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