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Selbst entwickelte Elektronik verkaufen

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Selbst entwickelte Elektronik verkaufen

Von Schorschi am 21.03.2006 20:07

Hallo zusammen.

Ich würde gerne eine eigene Firma gründen und selbst entwickelte Schaltungen (kleine Spielereien, wie man sie in diversen Elektronikkatalogen findet) anbieten. Ich würde dabei auch selbst programmierte My-C´s einsetzten. Soll nichts großartiges werden, nur so klein in klein. Mal sehen ob es sich entwickelt.

Welche Richtlinien oder Normen (CE-Norm z.B.) muss ich einhalten um solche Schaltungen verkaufen zu dürfen?
Welche Programmiersoftware darf ich zur gewerblichen Nutzung verwenden?
Reicht da eine einfache gekaufte und lizensierte Version oder gibt es da spezielle Software für kommerzielle Nutzung?

Wer hat damit schon erfahrungen gemacht?


Bin sehr dankbar für jede Antwort.

Von dunkelmann am 22.03.2006 11:07

Die Softwarelizenzen sind dabei wahrscheinlich das geringste Problem, da gibt es gute Freeware, die sich auch für kommerzielle Produkte einsetzen lässt.
Viel schwieriger sind dabei die rechlichen Hürden, die sich u.a. durch CE und ElektroG ergeben, insbesondere letzteres macht es für Kleinst-Hersteller nahezu unmöglich, innovative Produkte in Nischen zu vertreiben, siehe u.a.

hier

http://elektrog.blog.de/
http://www.codemercs.com/phpBB2/viewforum.php?f=11

Viel Spass beim Lesen!

DKM

Verantwortliche Ämter/Vereine

Von Schorschi am 22.03.2006 21:19

Hallo.

Erstmal vielen Dank für deine Antwort. Du hast mir schon ganz schön weiter geholfen.

Leider sehe ich noch nicht so richtig ein wer nun für die entsprechenden Kennzeichnungen der Produkte verantwortlich ist.
Man muß doch sicher seine Produkte von einer Institution überprüfen lassen, bevor man es mit dem CE-Schriftzug versehen kann. Oder kann man das einfach so drauf drucken und muss nur dafür sorgen, dass es auch die geforderten Richtlinien einhält um gewisse Stichproben zu überstehen?

An welche Vereine kann ich mich für solch eine Produktzertifizierung (CE oder ElektoG) wenden? VDE? Mit welchen Kostenaufwand ist dies etwa verbunden?

Von dunkelmann am 23.03.2006 22:34

Da kann ich dir jetzt auch nicht weiterhelfen, aber im Netz findet sich sehr viel Info dazu.

DKM

Von badphantom am 12.07.2006 18:28

Moin,

soweit ich weiß, kann man das CE drauf-drucken, sofern man bestimmre Richtlinien einhält.

Irgendwelche Tests wird man wohl bei den Behörden anmelden müssen, und "Bearbeitungsgebühr" zahlen.

Von TheBug am 03.08.2007 11:33

Bischen spät meine Antwort, aber vielleicht für einige Leute interessant:

CE ist ein Zeichen das als Konformitätserklärung auf Produkte aufgebracht wird. Der Hersteller selber entscheidet also ob das Produkt den Normen entspricht, muss aber im Zweifelsfalle in der Lage sein zu belegen wie er zu dieser Überzeugung gelangt ist.

Die erste Hürde bei CE ist es herauszufinden welche Normen denn nun alle anwendbar sind, dann ist im zweiten Schritt zu überprüfen ob man denn alles einhält und dies zu dokumentieren, z.B. durch Messprotokolle für die Funkstörmessung, Versuchsprotokolle für Sicherheitstests (was auch immer auf das Produkt zutrifft: Entflammbarkeit, Kurzschlussfestigkeit, Elektrische Sicherheit, Toxizität etc.).

Bei Elektronik gehört zur CE auch dazu, dass die Teile RoHS konform sein müssen sofern sie zu einer Produktgruppe gehören die nicht ausgenommen sind (z.B. Industrielle Mess- und Steuergeräte dürfen nach wie vor Blei enthalten, bestimmte Kontake Cadmium). In Zukunft kommt die Einhaltung der betreffenden EuP Durchführungsverordnung dazu.

ElektroG betrifft nur Geräte. Wer also Komponenten, Bausätze oder Baugruppen verkauft unterliegt nicht dem ElektroG, nicht mal der RoHS. Nur werden es die Kunden natürlich nicht witzig finden, wen ihnen jemand nocht RoHS konforme Teile verkauft, wenn sie die dann in Geräte verbauen wollen. Die EAR vertritt gerne andere Meinungen zu den Baugruppen und Bausätzen, ist damit bisher meines Wissens aber nirgendwo durchgekommen.

Von Outlaw am 05.08.2007 22:10

Naja, den ganzen Rechtskrm kenne ich jetzt nicht aber es haben schon langjährige Profis allein wegen dem ElektroG und ElektroschrottG aufgegeben ....

Viele verbliebene bieten deshalb nur noch Bausätze an oder haben so ein Volumen, dass die Gebühren kaum/keine Rolle spielen.

Dann denke noh über die Produkthaftung nach. Hersteller und Importeure lasten sich da ein nicht zu unterschätzendes Risiko auf.

Von TheBug am 06.08.2007 12:56

Für die Produkthaftung gibt es Versicherungen und natürlich Spezifikationen. Wenn der Kunde etwas tut, dass definitiv laut Handbuch ausgeschlossen ist, ist es sein Problem (zumindest wenn er keine Privatperson ist).

Von jadaduko am 15.10.2013 11:28

jup, da hat er recht

Von Outlaw am 15.10.2013 11:53

Aha, und das fällt Dir nach 6 Jahren ein .... Wink Very Happy

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