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Ätzstift, Leiterbahnenstift ?

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Ätzstift, Leiterbahnenstift ?

Von jw-lighting am 07.03.2009 19:01

Moin zusammen! :)

Ich habe wie so viele andere junge Hobbyelektroniker ein Problem:
Keine Möglichkeit, Platinen zu ätzen! (Ätzgerät zu teuer, Ätzschale wir einem nicht erlaubt etc.)

Das ewige verkabeln und Lochrasterlöten geht mir langsam auf den Keks, und ich suche nach einer Möglichkeit ohne viel Chemikalien und Gefahren meine Platinen geätzt zu bekommen. Nun hatte ich jedoch eine Idee:

Gibt es evtl. eine Art Stift, mit welchem man

- entweder Leiterbahnen auf einer Epoxydplatte zieht (etwas günstigeres als Leitsilber ;))
- oder nach dem "übermalen" dort die Kupferschicht (ohne Fotolack) wegätzt.

Bin schon auf Antworten un Tipps gespannt ;)
Gerne lasse ich mir auch was anderes vorschlagen.

Greez:

jw-lighting

Von Rhodosmaris am 07.03.2009 20:01

Da ich selbst keine 100%ige Antwort auf die Frage nach einem ätzfesten Stift bekommen habe, mußte ich selbst probieren. Mit einem Edding 3000 (schwarz) kann man wunderbar Platinen zeichnen und der Stift ist resistent gegen Natriumpersulfat.

Geätzt habe ich in einem 1l Eisbehälter vom Discounter, den ich aber nur zu etwa 2cm mit 50°C warmem Wasser gefüllt habe. Das ganze noch ins wassergefüllte Spülbecken - damit Spritzer nix ausmachen und die Lösung auf Temperatur bleibt.

Unterätzungen konnte ich in keinster Weise feststellen und die platine sieht halt so perfekt aus, wie man es eben frei Hand hinbekommt.

Einen Stift mit dem man direkt auf einen Untergrund stabile leit- und lötfähige Leiterzüge zeichnen kann, kenne ich nicht - eben nur so Notbehelfe mit Leitsilber.

ciao Maris

Von TheBug am 08.03.2009 00:26

Was heißt "Ätzschale wird einem nicht erlaubt"?

Also einen Stift mit dem man leitfähige Bahnen malen kann gibt es nicht. Additive Erzeugung von Leiterbahnen existiert zwar als Technik und wird in gewissen Anwendungen auch eingesetzt, ist aber nix für den Hobbyelektroniker.

Die klassische Methode ist halt ein paar Fotoschalen zu besorgen und die notwendigen Chemikalien dazu. Gefährlich ist das nicht, nur für die Klamotten. Ein Laborkittel und strikte Disziplin beim Umgang mit dem Material sind Pflicht. Eisen-3-Chlorid gibt super gute Flecken, Ammoniumpersulfat ist subtiler, scheint erst mal kein Problem zu machen, nur nach ein bis zwei mal waschen der Sachen ist ein Loch drin.

Von jw-lighting am 16.03.2009 16:12

Dann kann ich also meinen Eltern ausrichten, das sie sich - wenn ich alte Klamotten drüberziehe) keine Sorgen machen müssen? Smile

Oder mal salop gesagt:
Wenn ich nicht grade meine Hand da rein stecke, vorsichtig damit umgehe und aufpasse das ich mir das Zeugs nicht übers Haupt giesse, kann da nichts passieren? Confused

Von pcprofi am 16.03.2009 16:17

Nein, ganz so einfach ist es dann leider doch nicht...

Beide Chemikalien sind gesundheitsschädlich (Ammoniumchlorid sogar giftig?). Von daher nur in gut belüfteten Räumen sowie auf Säurefesten Unterlagen damit arbeiten, Spritzer auf der Haut sofort mit VIEL Wasser abwaschen. Bei Berührung mit Schleimhäuten - insbesondere der Augen - ist ein Arzt zu besuchen...

Also eine gewisse Vorsicht ist da schon geboten - das Zeugs frisst so einiges an....

Gruß Rainer

Von TheBug am 17.03.2009 01:15

Oh, nu aber mal einen kleinen Schritt zurück. Ganz so schlimm ist das nicht.

Keine der an der Herstellung von Platinen beteiligten Chemikalien gehört auf Augen, Schleimhäute, Kleidung, Möbel, Teppich etc.

Vorzugsweise sollten sämtliche Arbeiten in einem ausreichend großen Spülbecken stattfinden, da kann dann jeder Unfall schnell entfernt werden. Ist dass nicht möglich, dann besorge man sich eine ausreichend große, flache Plastikschale. Fotolaborbedarf, heute zunehmend schwieriger zu bekommen.

Bekommt man die Chemikalien auf die Haut, dann sollte man sie schnell abspülen. Das betrifft besonders das Natriumhydroxid (Natronlauge), das sich auch gut als Abflussreiniger eignet (und Hauptbestandteil kommerzieller Abflussreiniger ist). Aber selbst das braucht eine Weile bevor es durch die Hornhaut der Finger durch ist. Ich habe auch schon Platinen mit den bloßen Händen aus dem Entwicklerbad gehoben, gibt halt ein seifiges Gefühl...

Verbrauchte Natronlauge kann bedenkenlos in den Ausguss, etwas Wasser hinterher und gut.

Verbrauchtes Ätzmittel sollte man beim Recyclinghof abgeben, kleine Mengen sind i.d.R. kostenlos.

Also: Laborkittel, Schutzbrille und die notwendigen Werkzeuge und Behälter (Natronlauge nicht in Glasflaschen lagern!) besorgen und los gehts. Von den Chemikalien fallen einem keine Finger ab oder Haare aus, nur trinken soll man sie halt nicht.

Von Elektron am 17.03.2009 07:28

Ich bin mir nicht sicher ob das schon gesagt wurde, aber hier noch der Vollständigkeit halber: Solltest du Eisen-(III)-Chlorid als Ätzmittel verwendet, dann gibt das hässliche braune Flecken. Die Schale ist danach in jedem Fall zu nichts anderem mehr zu gebrauchen, aus Kleidung ist es ebenso nicht mehr auszuwaschen.

Von pcprofi am 17.03.2009 16:39

Elektron hat folgendes geschrieben:
aus Kleidung ist es ebenso nicht mehr auszuwaschen.


Gibt Löcher - eigene Erfahrung beim ersten Versucht...

Gruß Rainer

Von Anonymous am 17.03.2009 18:14

Also darf ich mal unser altes "Geheimrezept" ausplaudern:

1/3 Salzsäure, 1/3 Wasserstoffperoxid, 1/3 Wasser. Riecht fast angenehm, hinterlässt keine Rückstände und ätzt innerhalb von Sekunden (Vorsicht: Ein paar Sekunden zu lang kann Unterätzungen ergeben Wink ).

Nach dem Ätzen aber mit Wasser verdünnen und wegschütten!

Einer hatte es mal in einer Fotoschale in der Garage. Am nächsten Tag war die Schale leer und in den Boden rundrum ein Ring eingefressen. Wink

Ich war noch besser: Hab's mal in eine Flasche abgefüllt - ein paar Minuten später gab's einen Knall. An der Decke war der Abdruck vom Flaschenhals zu sehen, vom Rest habe ich nichts wiedergefunden.

Also um irgendwelchen Schadensersatzklagen vorzubeugen: Ich rate euch zu gar nichts. Wink

Ach ja - "gezeichnet" habe ich damals mit einem spitzen Pinsel und Nitrolack - da gibt's aber heute echt bessere Mittel. Wink

Von gerold am 17.03.2009 23:17

wodim hat folgendes geschrieben:
Nach dem Ätzen aber mit Wasser verdünnen und wegschütten!

Das ist aber nicht dein Ernst, oder? Rolling Eyes Evil or Very Mad

Jetzt bin ich sauer. So etwas in einem Forum zu schreiben ist irgendwie schon böswillig.

Fachgerecht entsorgen und nicht die Kläranlage mit diesem Scheiß zumüllen.

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