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Antischall

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Antischall

Von Hotzenplotz am 17.07.2009 02:36

Wenn ich zwei Sinusse auf jeweils einen Sender gebe, kann man ja tatsächlich mit Hausmitteln sehen das Antischall "entsteht". Heisst, die Schwingungen heben sich auf. Destrukive Inteferenz nennt man sowas.

Meine Frage ist jetzt, wie macht man sowas in Echtzeit. Also mal angenommen ich bin auf der Kirmes und möchte meine Ruhe haben, dann setze ich mir meinen Kopfhörer auf, der mir die entsprechenden "Gegenfrequenzen" in's Ohr ballert.
Geht das nur theoretisch oder ist sowas wirklich machbar ? Allgemeine Frage, ich will das jetzt nicht bauen.

Von TheBug am 17.07.2009 09:30

Sowas gibt es als fertiges Produkt zu kaufen, z.B. von Sennheiser.

Von Elektron am 17.07.2009 09:38

Hier mal die wikipedia-Seite, leider nur auf Englisch.

Bose hat ein solches System entwickelt und nennt es "Acoustic Noice Cancelling". Ich denke mal, dass es nicht ganz trivial ist das in die Praxis umzusetzen. Der entsprechende Kopfhörer der neuesten Generation mit dieser Technologie kostet um die 300€ das Stück.

Usprünglicher Einsatzzweck waren Kopfhörer für Piloten. Sony hatte irgendwann In-Ear-Kopfhörer mit einem kleinen Mikrofon an der Außenseite herausgebracht.

Von pcprofi am 17.07.2009 15:04

Ich weiß nicht - aber würde die Verzögerung sämtlichen elektronik und Membrane und sonstigen Zeugs die Wirkung nicht schon wieder zu Nicht machen?

Gruß Rainer

Von TheBug am 17.07.2009 17:41

Das ist genau die Herausforderung: Die Laufzeiten korrekt herausrechnen um eine Wirkung zu erzielen.

Die ersten bezahlbaren Antischall-Systeme kamen Anfang der 1990er auf den Markt, als Signalprozessoren klein und billig genug wurden.

Von pcprofi am 17.07.2009 17:47

Ja das mag ja sein, aber eine 100%ige Wirkung kann man dann trotzdem nicht mehr erreichen - das ist schlicht unmöglich, eben durch diese Wirkung...

Evt. lassen sich die ersten Tests ja mit einem handelsüblichen Signalprozessor aus der PA-Technik ertesten...

Gruß Rainer

Von gerold am 17.07.2009 17:48

Hallo!

Ich habe den "Sennheiser PXC 450" Kopfhörer. Bei dem funktioniert das ziemlich gut mit dem Gegenschall.

Aber man darf keine Wunder erwarten. Der Gegenschall funktioniert bei niederen Frequenzen besser, als bei hohen.

Der Sennheiser hat zusätzlich eine recht gute Schallisolierung. Damit bringen die ca. 30 dB runter. Und mit dem Gegenschall zusätzlich noch um die 20 dB.

Man hört einen Unterschied. Es wird wirklich leiser wenn man den "NoiseGuard" zuschaltet. Ich setze diese Kopfhörer immer zum Programmieren auf, wenn mich der Umgebungslärm im Büro so stört, dass ich mich nicht genug konzentrieren kann. Dann noch eine gute Musik ins Ohr und die Welt ist wieder in Ordnung.

mfg
Gerold
Smile

Von Hotzenplotz am 25.07.2009 22:10

Komisch, wieso bekomme ich von diesem Thread den keine eMail Benachrichtigung. mmm

Ich habe mich wohl ein bisschen kompliziert ausgedrückt.

Es ging mir darum möglichst viele "Frequenzen" auszufiltern, also "Antischall" zu erzeugen. Deswegen mein Beispiel mit der Kirmes. Dort habe ich Stimmen, Musik, roller coaster Gedröhne, platzende Bratwürste und Gekreische aus der Geisterbahn.

Ist es theoretisch möglich, sowas elektronisch, komplett zu dämpfen ? Dämpfungsgrad ist mir erst mal egal, mir geht es eher um die Theorie, genau diese "platzende Bratwurst" durchzulassen und alles Andere zu Dämpfen.

Das man einen kleinen Frequenzbereich dämpfen kann weiss ich, dass kennt man von Hubschrauber-Headsets / com. Das sind aber niedrige lineare Frequenzen oder eben eine engine für Jets. Hochfrequenter aber auch nur "ein" Bereich. Das ist mir ja zu einfach, ich will es ja kompliziert.
Wir arbeiten z.B. nur mit David Clark und entsprechender com. Noise reduction ist zwar einstellbar, bringt aber nicht wirklich viel.

Ein Testaufbau ist mir privat kaum möglich da mir die passenden Geräte einfach fehlen. Man braucht ja alles doppelt und dann noch "genau" Phasenverschoben.

Es gibt doch zum Beispiel diese Karaoke Geräte, in die man eine normale CD einlegt und dann die Stimme völlig fehlt. Wie funktioniert denn sowas ?

Und zu Piloten und noise reduction. Die sind keine guten Freunde, eben wie Gerold sagte, man hört dann nämlich nix mehr !

P.S. Ein Pilot hat nur zwei beste Freunde. Johnnie Walker und Martin Baker.

Von Alv am 26.07.2009 08:47

Hotzenplotz hat folgendes geschrieben:
Es gibt doch zum Beispiel diese Karaoke Geräte, in die man eine normale CD einlegt und dann die Stimme völlig fehlt. Wie funktioniert denn sowas ?


Bei den Karaokemachienen, bei denen wirklich kein Gesang rauskommt, werden spezielle Karaoke-CDs ohne Gesang verwendet.

Bei normalen CDs kann das nicht richtig funktionieren.
Es wird der eine Kanal invertiert und über den anderen gemischt. Dadurch heben sich die Signale in der Stereomitte, wo sich normalerweise der Gesang befindet, auf.
Praktisch zeigt sich aber, daß immer noch Gesangsbruchstücke vorhanden sind, und der Rest der Musik stark gestört wird.

bd. Alv

Von TheBug am 26.07.2009 09:47

Hotzenplotz hat folgendes geschrieben:
Es ging mir darum möglichst viele "Frequenzen" auszufiltern, also "Antischall" zu erzeugen. Deswegen mein Beispiel mit der Kirmes. Dort habe ich Stimmen, Musik, roller coaster Gedröhne, platzende Bratwürste und Gekreische aus der Geisterbahn.

Ist es theoretisch möglich, sowas elektronisch, komplett zu dämpfen ?


Ja das geht, nur wie Du schon angemerkt hast ist es selten gut nichts mehr zu hören, desshalb lassen die handelsüblichen Lösungen den Frequenzbereich der Sprache aus.

Was ist für eine Piloten völlig nutzlos? Der bereits verbrauchte Treibstoff.

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