Anzeige:

Röhrenverstärker Selbstbau

Hier finden sie die archivierten Beiträge des alten PHPBB Forums von www.loetstelle.net

Röhrenverstärker Selbstbau

Von Elektron am 18.12.2009 12:25

Hallo!

ich habe mir die letzten Tage ein Radioempfangsteil wegen dem schönen, schwarz eloxierten Aluminiumgehäuse gekauft (1€ auf dem Flohmarkt). Zu Hause angekommen war erst einmal schlachten und putzen angesagt. Der große Drehregler für die Einstellung der Empfangsfrequenz (ebefalls aus Aluminium) ist gut gelagert und mit einem großen Gewicht versehen. Dadurch dreht er sich mit einem Fingertipp fast von allein, was mir sehr gefiel. Die Bedienknöpfe rasten bestimmt aber sanft ein, insgesamt war das ein guter Fang und macht schonmal einen hochwertigen Eindruck. Außerdem ist die Größe einfach ideal. Ziemlich kultig finde ich noch die beiden analogen, gut erhaltenen Pegelanzeigen mit Hintergrundbeleuchtung. Leider ist das Ziffernblatt beschriftet, die werde ich eventuell noch auswecheln.

Entschieden habe ich mich für die Triodenschaltung mit einer EL84, Schaltpläne findet man ja zuhauf im Netz. Jetzt sehe ich aber, dass die Anodenspannung maximal 250V betragen darf. Nach dem Gleichrichten habe ich allerdings etwa 380V. Einen passenden Ringkerntransformator 230VAC -> 140VAC finde ich leider nicht. Wird das durch den Anodenwiderstand gelöst? Wie berechne ich den "Widerstand der Röhre", also den Widerstand zwischen Kathode und Anode bei Vollaussteuerung?

Die Lautstärkeregelung wird in jedem Fall digital erfolgen. Ich möchte mit einem Inkrementalgeber und einem Mikrocontroller die Drehung der Laustärkereglers erfassen, das Display (welches an Stelle der Frequenzwahlanzeige tritt) soll dann kurz bei Betätigung einen Zahlenwert anzeigen. Ebenso wird der Mikrocontroller die Einschaltverzögerung der Boxenausgänge steuern und noch für andere Dinge eingesetzt. Jetzt bräuchte ich so etwas wie einen digitalen Widerstand, wer hat da einen Tipp?

Re: Röhrenverstärker Selbstbau

Von Alv am 18.12.2009 14:18

Elektron hat folgendes geschrieben:
Jetzt bräuchte ich so etwas wie einen digitalen Widerstand, wer hat da einen Tipp?


Den "digitalen Widerstand" für die Laurstärkeeinstellung?
Es gibt da "digitale Potis", die werden entweder seriell angesteueret, oder gleich mit den Signalen aus den Encodern.

Z.B. X9C503, AD5258 bei Conrad

Von Elektron am 18.12.2009 15:13

Ich bin mir ziemlich sicher mal in der Elektor von einem IC gelesen zu haben, an dessen Beinchen man einfach nur den entsprechenden Wert legen musste und dann über zwei Pins der Widerstand gegeben war...

Von Tim Sasdrich am 18.12.2009 19:56

Ich kenne nur digitale Pottis mit Drehencoder, die vertragen aber glaub nur unter 1mA am Ausgang.
Ansonsten kenne ich nur noch R2R-Netzwerke.

Von Hahn am 07.01.2010 13:55

Tach ihr Bastler hehe.
Die Betriebsspannung setzt du mit einem Vorwiderstand runter. Also Ladeelko - Vorwiderstand - Siebelko nach der Gleichrichtung. Der Vorwiderstand berechnet sich aus dem Ruhestrom der EL84 und der über dem Vorwiderstand abzufallende Spannung (also die Spannung, die zu viel ist). Wenn z.B. der Anodenstrom 35mA beträgt und dein Netzteil 330V liefert, müssen über dem Widerstand 80V abfallen.
Rv = U/I ; Rv = 80V/35mA = ca. 22KOhm.
Leistung vom Widerstand: Pv = Uv * Iv ; Pv = 80V * 35mA = ca. 3W Mindestens.
Hoffe, ich hab deine Frage richtig verstanden und konnte die verständlich beantworten. Wenn nicht, dann betrachte ich es als kleine Anleitung für die anderen ^^. Wenn ich in der Eile, die ich gerade hab, Fehler gemacht habe, schlagt mich bitte nicht, aber ich hoffe, dass mein Geschreibsel verständlich war.
Gruß Gockel

Von Alv am 07.01.2010 14:20

Soweit klar, nur was ich dabei nicht verstehe:
Der Strom durch die Röhre ist ja nicht konstant. Somit schwankt ja die Betriebsspannung je nach Röhrenstrom.
Wird das durch den Siebelko ausgeglichen, oder machen solche Spannungsschwankungen Röhrenschaltungen nichts aus?

Von Hahn am 08.01.2010 10:28

Die Wechselspannung wird quasi durch den Siebelko gegen Masse Kurzgeschlossen. Also der Elko ist ja ein Kondensator und läßt Wechselspannung durch. Mit dem Vorwiderstand bildet der Siebelko ein Tiefpass und schließt die Tonfrquenz nach Masse kurz. Kann man ja ausrechnen wie der Frequenzgang über das Filterglied ist. Aber bei so großen Kapazitäten dürfte das wohl kaum ne Rolle spielen.
Hoffe ich erzähle jetzt hier kein Müll Shocked

Von Elektron am 08.01.2010 12:48

Hm, naja, mir ging es eher darum, ob es (und das tut es mit Sicherheit) Formeln gibt, die die Parameter an der Röhre zueinander in Beziehung setzen kann (also Temperatur, Anodenspannung, Gitterspannung etc.), so dass man durch einfaches Durchlaufen der Maschen genau im Vorfeld ausrechnen kann, was man möchte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass unsere röhrigen Vorfahren das "frei nach Schnauze" gemacht haben.

edit:
Bei wikipedia finde ich nur eine Beziehung mit der sich die Kennlinie beschreiben lässt. Aber was will ich mit der Kennlinie Mr. Green ich will rechnen, nicht schätzen.

Von derguteweka am 08.01.2010 13:28

Moin,

Elektron hat folgendes geschrieben:
Hm, naja, mir ging es eher darum, ob es (und das tut es mit Sicherheit) Formeln gibt, die die Parameter an der Röhre zueinander in Beziehung setzen kann (also Temperatur, Anodenspannung, Gitterspannung etc.), so dass man durch einfaches Durchlaufen der Maschen genau im Vorfeld ausrechnen kann, was man möchte.

Formeln wohl weniger, weil's nichtlinear ist. Aber dafuer gibts die Roehrenkennlinien: Zb. wo Anodenstrom ueber Anodenspannung aufgetragen ist, mit der Gitterspannung als Parameter.
Uebrigens: Keine Angst wegen der max. 250V Anodenspannung. Das ist nicht die Betriebsspannung des Verstaerkers, sondern eben die Spannung an der Anode bezogen auf die Kathode. Die Kathode liegt aber schon mal ueber den Kathodenwiderstand etwas hoeher und auch am Ausgangstrafo fallen einige 10 Volt ab.
Als die EL84 designed wurde, hat man das Thema "Allstromnetzteil" noch recht entspannt gesehen, deshalb gibt's z.b. auch eine UL84.
Also hat man das Ding schon so gebaut, dass es ohne grosse Faxen an (einweggleichgerichteten und gesiebten) 220V~ funktioniert...

Elektron hat folgendes geschrieben:
Ich kann mir kaum vorstellen, dass unsere röhrigen Vorfahren das "frei nach Schnauze" gemacht haben.

Nee, deshalb gibt es ja die Datenblaetter...

Elektron hat folgendes geschrieben:
Bei wikipedia finde ich nur eine Beziehung mit der sich die Kennlinie beschreiben lässt. Aber was will ich mit der Kennlinie Mr. Green ich will rechnen, nicht schätzen.

Du willst nicht wirklich rechnen, denn das wird gaaaanz unangenehm, weil eben nichtlinear. Und gerade bei der EL84 haben in den letzten ca. 60 Jahren glaub' ich schon viele alles gerechnet, was irgendwie zu rechnen war Smile

Gruss
WK

digitales poti

Von mike045 am 09.01.2010 23:31

Ich denke, Röhrenverstärker, müssen als solche belassen werden. Das ist der "Kick" an den Röhren-Verstärkern. Wenn ich diese konzipiere, dann verzichte ich auf die Anwendung von Transistoren, oder aus dieser Familie. mike

Anzeige: