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Kleine Stereo-Endstufe selber bauen (Anfänger)

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Kleine Stereo-Endstufe selber bauen (Anfänger)

Von Reelo am 21.06.2010 10:38

Hallo Leute,

kurz zu meiner Person: Mein Name ist Oliver, ich bin 30 und ich spiele seit nunmehr 15 Jahren Gitarre. Hierin liegt auch die Motivation für das Projekt was ich bauen will.

Es geht um Folgendes:
In meiner Band (im Proberaum) spiele ich ein schönes 100W Vollröhrenteil, was ich zu Hause natürlich nicht kann. Ich besitze (und benutze auch regelmässig) ein Bodeneffektgerät (Boss GT-10, falls das jemandem was sagt) welches Vorverstärkung beinhaltet. Man kann es direkt an eine Endstufe oder PA hängen, und was noch viel schöner ist, es hat 2 Klinkenausgänge zum echten Stereobetrieb.

Nun zu meinem Projekt:

Ich würde gerne eine kleine (max. um die 2x20W oder so) Endstufe bauen welche 2 Eingänge hat, und bei welcher die 2 Signale jeweils an einen eigenen (8 Ohm) Lautsprecher gesendet werden. Da die komplette Klangformung bereits im Effektgerät/Vorverstärker passiert, bräuchte die Endstufe nur ein einziges Poti zur (gemeinsamen) Lautstärkeregelung. Desweiteren noch einen Ein/Aus-Schalter und ne LED zum Anzeigen des Betriebszustandes.

Also kurz:
2 Eingänge
1 gemeinsames Volumenpoti
2 (8 Ohm) Lautsprecher welcher jeder nur ein Signal erhält.


Da ich in Sachen Elektronik ein absoluter Anfänger bin kann ich sowas leider nicht selbst "designen". Im Internet gibt's natürlich Einiges an Schaltplänen, und ich denke ich werde versuchen mich für einen davon zu entscheiden (mein Schwager ist Elektriker, das ist zwar NICHT das Selbe wie Elektroniker, aber da er selbst gerne an kleineren Basteleien arbeitet, kann er mir bestimmt helfen) aber ich wollte mal hier in einem kompetenten Umfeld fragen, ob jemand noch nen Geheimtipp (oder Schaltplan) hat, wie ich mein Projekt umsetzen könnte, insbesondere weil die Pläne im Netz immer etwas anders sind als das was ich mir vorstelle.

Wie gesagt, dies ist mein erstes Elektronik-Projekt, aber irgendwie muss man ja mal anfangen!

Danke für's Lesen!
Oli

Von Elektron am 21.06.2010 10:59

Es gibt für deinen Zweck bestimmte Verstärker-IC's. Die sind bei weitem nicht so schlecht wie ihr Ruf, ich habe mir selbst mal einen kleinen 2x40 Watt Amp damit gebaut. Leider sind Musiker eine ganz eigene Art von Spezies - groß und schwer ist äquivalent zu robust und gut klingend.

Die "mickrigen" Verstärker-ICs sehen dann auch nicht so stark aus - und ein Verstärker wie Du ihn beschreibst würde wohl locker in zwei Handflächen passen. Das heißt aber wirklich nichts. Du wirst dafür am Ende mit einem funktionierenden Etwas belohnt, dass viele Dinge schon integriert hat, wie etwa einen Übertemperaturschutz.

Von Reelo am 21.06.2010 11:12

Elektron hat folgendes geschrieben:
Es gibt für deinen Zweck bestimmte Verstärker-IC's. Die sind bei weitem nicht so schlecht wie ihr Ruf, ich habe mir selbst mal einen kleinen 2x40 Watt Amp damit gebaut. Leider sind Musiker eine ganz eigene Art von Spezies - groß und schwer ist äquivalent zu robust und gut klingend.

Die "mickrigen" Verstärker-ICs sehen dann auch nicht so stark aus - und ein Verstärker wie Du ihn beschreibst würde wohl locker in zwei Handflächen passen. Das heißt aber wirklich nichts. Du wirst dafür am Ende mit einem funktionierenden Etwas belohnt, dass viele Dinge schon integriert hat, wie etwa einen Übertemperaturschutz.


Hallo Elektron, danke für die Antwort.

Ja, das mit den ICs habe ich schon gemerkt. Das sind die TDA2005 Teile (oder andere Typen halt) Mir ist auch klar dass mein Projekt in 2 Handflächen passen würde: Das ist ja auch der Sinn der Sache!
Mein Röhrentop wiegt ganze 27kg, da hätte ich schon gerne ne kleine Alternative für Daheim.

Einfach einstöpseln und loslegen. Das Ganze würde ich dann (mit den 2 Speakern) in ein schönes Gehäuse packen (wobei die Speaker da sowohl platz- als auch gewichtsmässig dominieren würden).
Man hat mir auch schon geraten doch einfach zu Hause in die Stereoanlage zu stöpseln: das könnte ich mit meinem Gerät ohne weiteres, aber ich würde halt gerne was selbst löten, einfach um des Lernen willens und um mich am Resultat zu erfreuen. Es kann auch gerne unter 2x20W sein (ich weiss dass die reine Wattzahl recht wenig über die Lautstärke aussagt, zumindest bei Giterrenamps ist das so. ein 5W Gitarrenamp kann echt laut sein mit 4 Zwölfzöllern dran)

Was ich will muss nicht laut, sondern sauber klingen, und eben echt stereo können.

Von derguteweka am 21.06.2010 18:22

Moin,

Reelo hat folgendes geschrieben:
Ja, das mit den ICs habe ich schon gemerkt. Das sind die TDA2005 Teile (oder andere Typen halt)


Ich wuerd' dir eher den TDA2030A empfehlen, wenn du nicht zwingend auf die 12V Betriebsspannung angewiesen bist. Hat deutlich weniger Beinchen (die lassen sich auch noch soweit verbiegen, dass er auf eine Lochrasterplatte passt). Im Datenblatt von ST sind auch einige Beispielschaltungen incl. Layout angegeben.


Reelo hat folgendes geschrieben:
Mir ist auch klar dass mein Projekt in 2 Handflächen passen würde

Ohne Netzteil und Kuehlkoerper vielleicht - aber genau das ist oft der Schwachpunkt beim Selberbauen. Du kriegst an jeder Ecke fuer eine Handvoll Cent Bauanleitungen/Chips fuer Endstufen mit zig Watt. Nur, um die dann auch tatsaechlich betreiben zu koennen, brauchst du die entsprechende Stromversorgung und du musst die Abwaerme der Endstufen irgendwie im Griff haben - sonst nuetzt dir die tollste Endstufe nix...
Wenn du also 2x20W Ausgangsleistung haben willst, dann solltest du mindestens einen Trafo mit 80VA nehmen. Da werden die 2 Handflaechen schnell muede, wenn sie das halten sollen Wink

Gruss
WK

Von pcprofi am 21.06.2010 21:51

Und noch ein Aspekt darf hier definitiv nicht vergessen werden:

Die Kosten. Es gibt zwar die Bauteile, die du für den eigentlichen Verstärker brauchst fürn Appel und ein Ei, aber so ein Trafo und auch die entsprechenden Kühlkörper kosten mehr Geld als man manchmal denkt.

Du solltest das vorher durchrechnen! Wenn du Spass am Eigenbau hast, dann definitiv ein schönes Projekt, wenn es aber darum geht, Geld zu sparen wirst du vermutlich feststellen, dass du teurer liegst als mit einem Fertiggerät. Vor allem, wenn man auch noch die Arbeitszeit einrechnet.

Das soll nicht so rüberkommen, dass ich dir das ausreden möchte im Gegenteil - eigentlich ein schönes Anfängerprojekt - sondern nur ein "böses Erwachen" verhindern...

Ansonsten kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen, ich würde dir auch den 2030A empfehlen - der soll angeblich auch relativ stabil sein, selbst wenn das Layout EMV-mäßig nicht gut ist, und hat eine relativ geringe Schwingneigung...

Gruß Rainer

Von Hotzenplotz am 21.06.2010 22:12

pcprofi hat folgendes geschrieben:
Und noch ein Aspekt darf hier definitiv nicht vergessen werden:

Die Kosten.


Gehaeuse, Stecker, Kabel, Montagematerial...

In der Bucht bekommt man simple Amps fuer 5-10.- Selbst Billigst -Gitarrenamps. Das ist schon weniger als der Mindestbestellwert oder ein ordentliches Gehaeuse.

Von Reelo am 22.06.2010 12:25

Danke erst mal für die vielen tollen Antworten!

Also, falls ich dieses Teil irgendwie mal bauen sollte geht es mir auch (nicht unwesentlich!) darum, ein nettes Gehäuse aus Holz zu bauen, mit den Speakern drin. Sowas in der Art hier
nur mit 6,5" Speakern.

Was jetzt Stromversorgung und Kühlkörper betrifft, den Kühlkörper kann ich in so nem Gehäuse locker unterbringen, und für die Stromversorgung hatte ich gedacht es gäbe eine Möglichkeit auf ein Netzteil mit integriertem Trafo zurück zu greifen...?

Von derguteweka am 22.06.2010 21:14

Reelo hat folgendes geschrieben:
Sowas in der Art hier...

Ja, das schaut doch gut aus. Hab' schon mal vor ca. 1000 JAhren eine Bauanleitung gesehen, mit einer Bassreflexbox mit integrierter Endstufe, wo der Kuehlkoerper durch den Krach noch zusaetzlich gekuehlt wurde - wie mit einem Luefter, nur halt Lautsprechergetrieben...

Reelo hat folgendes geschrieben:
und für die Stromversorgung hatte ich gedacht es gäbe eine Möglichkeit auf ein Netzteil mit integriertem Trafo zurück zu greifen...?

Naja, Stromversorgungen fuer Endstufen sind eigentlich schaltungstechnisch eher einfach gestrickt: Netztrafo, Gleichrichter, Siebelko(s). Die aber nach dem Tim Taylor Motto: Mehr Power! Daher halt die hoeheren Kosten und eher die mechanischen Anforderungen...

Gruss
WK

Von Hotzenplotz am 22.06.2010 21:23

Vor allem ist Stereo bei einem Gitarrenamp aeusserst sinnvoll. Auch diese hochwertigen Lautsprecher in der Zigarrenkiste.

Von Elektron am 23.06.2010 08:01

Ich weiß, dass ich gleich mit Tomaten beschmissen werde, aber ich habe mich mal ganz günstig mit Schaltnetzteilen aus einer Insolvenz eingedeckt, für 3,50€ das Stück, die liefern ca. 80W an der 12V-Leitung Wink

Gut, mit den zwei Handflächen kommen wir dann immernoch nicht ganz hin, aber doch verdammt nahe Wink

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