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Atomstromfilter

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Atomstromfilter

Von Elektron am 13.07.2010 14:43

Ich habe ja schon viel Unsinn gelesen und gehört, aber bei dem Anblick wusste ich wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ein Kaltgerätekabel für schlappe 240€:

http://www.hifi-regler.de/shop/hms/hms_energia_sl-8595102-3_0m-bl-ohne.php#

Von pcprofi am 13.07.2010 17:38

Schon die Beschreibung ist ja ein Witz...

Zitat:
Technische Daten des HMS Energia SL

* Kabelaufbau:
o OFCu Litzen-Multileiter
o Kreuzverschaltung mit zentralem Erdleiter und gemeinsamer Schirmung
o Entspricht VDE für mobilen Einsatz
o Mantel: Polyurethan
o Farbe: schwarz, Aufdruck golden.
* Querschnitte:
o je 4 x 0,75 qmm = 3,0 qmm für Phase und Null
o 3,0 qmm für zentrale Erde
o 3,2 qmm für Geflechtschirm
o Kabeldurchmesser 9,0 mm
* Blitz/Überspannungsschutz: vorhanden
* Betriebsspannung: 110-240 VAC, 50-60 Hz, max. Dauerstrom 16 Aeff
* Konfektionierung: Schukostecker auf Heißgerätebuchse nach IEC.


4x0,75mm² für Phase und Null, 16Aeff???

Ja wie ists denn nun? 4x0,75 pro "Leiter", also Außenleiter und Neutralleiter, oder ist es je 2x 0,75mm²?? Und zulässig wäre das in beiden Varianten so oder so nicht - von wegen VDE-Zulassung...

Abgesehen von falschen Fachbegriffen... Phasen heißen seit Jahren Außenleiter, und ein Nulleiter in solch einer Leitung ist sowieso schon seit Jahren nicht mehr zulässig... Naja - und ob eine mit Erde gefüllte Leitung so zweckmäßig ist, sei mal dahin gestellt...

Aber Frage: Was hat das mit Atomstrom zu tun?

Von Hotzenplotz am 13.07.2010 22:18

pcprofi hat folgendes geschrieben:
Aber Frage: Was hat das mit Atomstrom zu tun?


Ich nehme mal an weil man es in den selben Unsinn - Topf werfen kann.

Phase - Null - Erde ist nicht falsch, es wird heute nur nicht mehr so gelehrt. Siehe es wie Schraubenzieher und Schraubendreher.

Aber zum Kabel. Ich kenne viele Musiker und auch einige die richtig Ahnung davon haben. Es sind diese HiFi Freaks, die Stein und Bein behaupten den Unterschied zwischen einer Platte und einer 340er mp3 rauszuhoeren. Genau solche sind es die dsich solche Kabel kaufen. Und obendrein beim Einschalten dann ein boah ey kommt. Allein die goldene Schrift auf der Leitung und der Preis MUSS das Kabel einfach gut machen.

Das mit den 4x0.75 habe ich so verstanden das Phase und Null jeweils zwei gekreuzte Leitungen haben. Werden wohl verdrillt sein. Ansonsten waeren die 16A nicht mehr zulaessig.

Von Alv am 14.07.2010 06:01

Früher habe ich für mich unerklärlichen HiFi-Voodoo belächelt.

Aber seit ich bei der Hi-End-Anlage eines Bekannten feststellen mußte, daß das "Abschütteln" von CDs mit Quarzsand tatsächlich hörbare Unterschiede bringt, weiß ich nicht mehr, was ich glauben soll...

Von Elektron am 14.07.2010 09:00

Alv, ich weiß nicht ob du Musik machst, aber der Effekt den du beschreibst tritt tatsächlich auf. Das hat aber weniger mit dem Quarzsand zu tun, sondern damit, dass man die gleiche Sache mehrmals hintereinander hört. Ziemlich nervig ist das zum Beispiel, wenn man dem Klang der Gitarre nicht ganz zufrieden ist, etwas verstellt, eine Weile spielt, wieder verstellt und irgendwann einen sehr grottigen Sound hat und es nichtmal bemerkt. Bei der nächsten Probe fällt das erst auf, wenn man wieder das erste Mal die Gitarre in die Hand nimmt.

Naturgemäß ist es auch so, wenn man sich das gleiche Lied ein paar Mal anhört, hört es sich beim zweiten Mal besser an als beim ersten Mal. Man nimmt mehr Details war - und das steigert sich mit jedem Hören. Außerdem "lernt" man auf lange Sicht einen gewissen Musikgeschmack. Das ist alles ganz normal und eine der großen Hürden beim Zusammenspiel ist es, sich über seine "verzerrte Sicht" bewusst zu werden. Vielleicht klingt das jetzt komisch für dich, aber die eigenen Ohren sind entgegen der einhelligen Meinung ein ganz schlechtes Messinstrument, es sei denn man hat als Profi gelernt von seinem Empfinden "abzukoppeln", was aber den wenigsten vollständig gelingt und auch niemals im Gesamteindruck funktioniert. Diese Menschen, die den Songs nach der Produktion nochmal den "letzten Schliff" geben, haben in der Regel gelernt sich auf gewisse Frequenzbereiche oder ausgesuchte Details zu konzentrieren.

Von Alv am 14.07.2010 10:03

Elektron hat folgendes geschrieben:
Alv, ich weiß nicht ob du Musik machst, aber der Effekt den du beschreibst tritt tatsächlich auf. Das hat aber weniger mit dem Quarzsand zu tun, sondern damit, dass man die gleiche Sache mehrmals hintereinander hört.


Ich mache keine Musik, habe aber eine Zeitlang LPs zu CDs umgearbeitet, inklusive dem kompletten Programm aus Entrumpeln, Entrauschen und manuellem Entknistern. Das Ziel dabei war es, den Klang der Musik sowenig wie möglich zu verändern.
Dabei mußte ich dann auch viele Passagen des Musikstücks mehrmals hintereinander anhören. Daher meine ich, eingebildete Klangveränderungen ausschließen zu können (die Regel lautet einfach: Bin ich mir nicht sicher, ob sich was verändert hat, dann hat sich nichts verändert.)

Die betreffenden CDs habe ich auch mehrmals ohne "Abschütteln" gehört, ohne Unterschied, und mehrmals nach "Abschütteln" ebenfalls ohne Unterschied. Der Effekt des "Abschütteln" hält also einige Zeit. Erneutes "Abschütteln" währen dieser Zeit bringt nichts.

Der Effekt selbst ist, daß die Höhen klarer auseinanderzuhalten sind, also akustisch sozusagen schärfer fokussiert, um das mal mit der Optik zu vergleichen.
Der Effekt ist schwach, aber deutlich wahrzunehmen.

Von Elektron am 14.07.2010 12:48

Naja, selbst wenn man gutmütig an die Sache herangeht, ist so ein Effekt vollkommen auszuschließen. Grund: Die Daten sind auf der CD digital kodiert. Ein Einfluss des Quarzsandes auf die "Schärfe der Höhen" ist genauso gut zu begründen als wenn in China ein Sack Reis umfällt weil in Deutschland Unwetter herrscht: Es hat überhaupt nichs miteinander zu tun.

Du wirst dir das also wirklich eingebildet haben. Ich würde dir ja gern den Praxistest inklusive Beweis abliefern, aber das ist dermaßen unsinnig, dass ich mir die Zeit lieber spare Wink

Von Alv am 14.07.2010 15:40

Bevor ich diesen Effekt selbst gehört hatte, habe ich genauso gedacht...

Es ist ein realer, wiederholbarer Effekt.
Woran der nun liegt, intressiert mich sehr, aber ob die CD nun durch das "Abschütteln" elektrostatisch entladen wird, dadurch der Laser ruhiger läuft und damit kein Phasenjitter oder keine Fehlerkorrektur stattfindet, kann ich mit den vorhandenen Meßmitteln nicht feststellen.

Wer eine Hi-End-Anlage besitzt (eine normale, wenn auch gute Anlage reicht nicht aus), kann sich das Teil mal nachbauen.

Es besteht aus 2 Schaumstoffplatten, jeweils mit einem Loch etwas größer als eine CD. Die Schaumstoffplatten werden beidseitig mit Alufolie bespannt, in das Loch Quartzsand gefüllt.

Anwendung: CD zwischen die Schaumstoffplatten an die Position des Loches legen, 3-5* schütteln - fertig.

Von TheBug am 14.07.2010 18:23

Alv, nimmst Du auch homöopathische Mittel?

Es gibt Dinge bei denen es eigentlich nicht mal lohnt über eine mögliche Wirkung nachzudenken. Das sind Dinge die rein esoterischer Natur sind und denen keinerlei Wirkmechanismus zugrunde liegt. Um aber einer wissenschaftlichen Vorgehensweise Rechnung zu tragen schauen wir es uns aber doch mal an.

Im Bereich High-End HiFi wird jede Menge völliger Blödsinn verkauft. Das Netzkabel von Elektron ist ein gutes Beispiel dafür. Abgesehen von den schon in der Artikelbeschreibung offensichtlichen Böcken stellen sich zwei Grundfragen: Warum hat ein hochwertiger Verstärker nicht auch einen ebensolchen Netzfilter? Und wenn ich nun die letzten 180cm zu meinem Gerät abschirme, wer schirmt dann die vielen Kilometer vom Kraftwerk bis zur Steckdose ab? Und wie?

Beim Kabelthema war die Krönung die ich bisher gesehen habe "aktiv abgeschirmte Audiokabel", die laut Prospekt mit einer Art Schutzfeld gegen Störungen arbeiten. Meine direkte Frage war dann ob Scotty davon weiß, dass ihm was aus dem Maschinenraum geklaut wurde.

So und nun zu dem "Abschütteln" von CDs.

Du kannst die CD auch in einer Vollmondnacht übern Zaun schmeißen, hat die gleiche Wirkung. So lange Du nicht Kratzer erzeugst oder die Oberfläche verschmutzt gibt es nicht mal die Chance einer Aussicht darauf etwas an der Wiedergabe zu verändern. Was die meisten Leute auch nicht begreifen ist, dass auf der guten alten Audio-CD auch kleine Kratzer und geringe Mengen Staub noch nicht mal die Fehlerkorrektur auf den Plan rufen, weil die Sachen auf der Oberfläche ausserhalb des Fokus des Lasers liegen und damit in vielen Situationen genug Licht an der Störung vorbei geht um ohne Bitfehler zu lesen.

Die Wiedergabe von der CD geschieht in der ersten Stufe (Lesen der Daten von der Scheibe) rein digital. Der Laserpickup liest die Bits durch die Reflexion des Strahles auf der Scheibe (an der Alu-Schicht bei gepressten CDs), die im Falle eines Pits (Vertiefung in der Oberfläche) deutlich reduziert ist, da etwa die Hälfte des Strahls in das Pit und die andere ausserhalb fällt und durch die Lambda-1/4 Tiefe des Pits dann eine Interferenz entsteht. Das Ergebnis ist 0 oder 1, der Signal-Rauschabstand riesig.

Selbst Drehzahlschwankungen sind bei dem Prozess egal, da die Bits nach der Fehlerkorrektur erst mal in einen Buffer gehen und von da dann in konstanter Rate an die Wandler geschickt werden. Wird der Puffer zu voll oder zu leer, regelt der Player die Drehzahl der Scheibe nach. Moderne Player puffern teilweise mehrere Sekunden um Stöße kompensieren zu können und bei Lesefehlern einen zweiten Versuch machen zu können. Der Player ist also prinzipiell besser wenn er schneller die Drehzahl der CD anpassen kann.

High End HiFi CD-Player mit massiv schweren Tellern für die CDs sind also grundlegend sinnlose Konstruktionen, die technisch erhebliche Nachteile haben und nur dazu da sind hinreichend dumme Leute von ihrem Geld zu trennen.

Also wenn wir eine einwandfreie CD und einen einwandfreien Player voraussetzen, dann werden alle Bits fehlerfrei gelesen und gehen sauber zum D/A Wandler. Selbst wenn sich ein paar Fehler einschleichen sollten, kann der Player diese verlustlos korrigieren, es müsste mehr als ca. 1 mm der Spur fehlen, damit die Fehlerkorrektur nicht mehr die Originaldaten wiederherstellen kann. Erst dann greift die Interpolation, die nicht mehr die Originaldaten erzeugen kann, sondern einen bestmöglichen Versuch macht nicht aufzufallen.

Fazit ist also, dass auf dem digitalen Teil eines CD-Players keine Veränderung des Aufdosignales erfolgt, so fern der Player technisch einwandfrei ist. Bei den D/A Wandlern gibt es dann etwas mehr Spielraum, aber das wäre dann eine andere Baustelle, weil denen völlig egal ist wo das Signal her kommt.

So und jetzt Du: Was bitte soll die Esoterikschüttelei daran ändern?

Von Hotzenplotz am 14.07.2010 19:07

TheBug hat folgendes geschrieben:
Warum hat ein hochwertiger Verstärker nicht auch einen ebensolchen Netzfilter? Und wenn ich nun die letzten 180cm zu meinem Gerät abschirme, wer schirmt dann die vielen Kilometer vom Kraftwerk bis zur Steckdose ab? Und wie?


Du denkst einfach in zu kleinen Dimensionen. Meinst Du die HiFi - Freaks und erst recht die Hersteller haben sich darueber noch keine Gedanken gemacht ? Der Titel Atomstromfilter passt schon sehr gut.

http://www.solitaer-audio.de/temp/gt200.htm

Die hier nur mal als Beispiel, die gibt es natuerlich in allen moeglichen Variationen.

http://www.audiophil-online.de/tuning-audiophil-strom_02.html