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Lötspitze aus Feinsilber

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Lötspitze aus Feinsilber

Von Faber am 11.01.2011 11:35

Ich habe vor, mir eine Lötspitze aus Feinsilber zu fertigen, da meine aktuelle Lötspitze, die übrigens seit über einem Jahr ohne Abnutzungserscheinungen hält, (meines Empfindens nach) etwas locker im Kolben sitzt, und so, vermute ich, eine recht hohe Hysterese im Regelungsverhalten der Lötstation bewirkt, und ich technisch nicht in der Lage bin, eine Kupferlötspitze mit einer Eisenauflage zu versehen. (Ich könnte galvanisch vernickeln, aber von nickelbeschichteten Lötspitzen habe ich an anderer Stelle wenig gutes gelesen, was die Haltbarkeit betrifft.)
Kann jemand eine Voraussage treffen, ob sich eine Lötspitze aus .999er Ag ähnlich im Lötzinn (Sn95,5 Ag3,8 Cu0,7) auflösen wird, wie blanke Kupferspitzen?

Von TheBug am 11.01.2011 13:08

Macht sich bestimmt spannend, wenn das Lötzinn langsam über die gesamte Lötspitze suppt...

Lötspitzen sind mit unterschiedlichen Oberflächen versehen, damit das Lötzinn nur den Bereich benetzt mit dem auch gelötet wird.

Ich würde einfach eine neue Lötspitze kaufen, wenn es keine hochwertigen für den Lötkolben gibt, dann solltest Du den mal wegschmeißen und durch einen richtigen ersetzen.

Von Faber am 11.01.2011 14:05

Das ist ein interessanter Hinweis. Danke. Smile Ich werde mir mal überlegen, womit ich die Spitze im dem Kolben zugewandten Bereich lötzinnabweisend mache. Ein Problem, das bestimmt lösbar ist.

Mit meiner Woltcraft LS50 bin ich seit bald 10 Jahren sehr zufrieden, und ich habe keinen Anlass, diese auszuwechseln. Ich habe mir vor gut einem Jahr einen neuen Kolben dafür gekauft, weil ich beim alten im Zuge eines gute-Laune-Anfalls und daraus folgender grober Behandlung der Kunststoff vom Griff gebrochen war. Bei diesem neuen Kolben hat die Lötspitze etwas Spiel. - Nicht schlimm, aber eben verbesserbar.

Es bleibt die Frage, ob sich die Spitze, ähnlich wie Kupfer (gleiche Gruppe im PSE) mit der Zeit im Lot auflösen wird, oder nicht.

Von BellaD am 11.01.2011 19:35

moin

Ich benutze zum löten von sauerstoffarmen HiFi-Kabeln immer eine Vergoldete Lötspitze und bleifreies Lot mit hohem Silberanteil das durch zugabe von Goldstaub veredelt wurde .

Man hört es ,besonders in meinem Geldbeutel klingelt es dann immer gewaltig Wink

Von Hotzenplotz am 11.01.2011 20:55

Auch 'ne Logik. Taugt der Loetkolben nix, bau' ich mir meine eigenen Spitzen.
Warum behaelt man einen Loetkolben, der nicht gescheit funktioniert ? Dafuer gibt es Gewaehrleistung, also umtauschen.
Oder man schraubt die Huelse ab und gibt ihr, auf den Kopf, einen beherzten Schlag mit dem Hammer. Dann halten auch die original Spitzen wieder.

Faber hat folgendes geschrieben:
Es bleibt die Frage, ob sich die Spitze, ähnlich wie Kupfer (gleiche Gruppe im PSE) mit der Zeit im Lot auflösen wird, oder nicht.

Im Lot sicher nicht, korrodiert aber, besonders mit dem Flussmittel, genau wie Kupfer. Also ja.

Schoen, dass immer wieder bestaetigt wird, bei Weller zu bleiben.

Von Faber am 11.01.2011 23:35

Hotzenplotz hat folgendes geschrieben:
Auch 'ne Logik. Taugt der Loetkolben nix, bau' ich mir meine eigenen Spitzen.
Warum behaelt man einen Loetkolben, der nicht gescheit funktioniert ? Dafuer gibt es Gewaehrleistung, also umtauschen.

Vielleicht, weil mir so etwas Spaß macht?

Hotzenplotz hat folgendes geschrieben:
Oder man schraubt die Huelse ab und gibt ihr, auf den Kopf, einen beherzten Schlag mit dem Hammer. Dann halten auch die original Spitzen wieder.

Das Problem ist nicht, dass die Hülse die Spitze nicht ausreichend festhält, sondern, dass zwischen den Seitenwänden Spitze und der Innenseite des Heizelementes weniger thermischer Kontakt besteht, als möglich. Da hilft es wenig, die Spitze mit noch mehr Kraft in das Heizelement zu drücken.

Hotzenplotz hat folgendes geschrieben:

Faber hat folgendes geschrieben:
Es bleibt die Frage, ob sich die Spitze, ähnlich wie Kupfer (gleiche Gruppe im PSE) mit der Zeit im Lot auflösen wird, oder nicht.

Im Lot sicher nicht, korrodiert aber, besonders mit dem Flussmittel, genau wie Kupfer. Also ja.

Das dachte ich früher auch mal, bis ich mit Silber- und Buntmetallschmiederei angefangen habe, und von der Löslichkeit fester Metalle in Flüssigen Metallen niederen Schmelzpunktes erfahren habe. Bekanntestes Beispiel ist das Feuervergolden, bei dem Gold in Quecksilber gelöst wird. Lästig ist es beim Hartlöten von Feinsilber mit 925er Silber als Lot. Hier ist Eile angesagt, da sich das Feinsilber schon unterhalb seines Schmelzpunktes im Lot auflöst.
Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6tkolben#L.C3.B6tspitze
(wo auch eine alternative Lösung für mein Problem vorgeschlagen wird, die nur nicht so viel Spaß macht, da sie nichts mit Schmieden zu tun hat, nämlich eine Wärmebrücke aus Alufolie)
und
http://finder.conrad.de/tipps_tricks2/view/praxistipps/renovierung/loeten.pdf
(Wo folgender interessanter Hinweis steht:
"Jedoch hat flüssiges Zinn die Eigenschaft, Kupfer lösen zu können. Es ist zwar nur eine geringe Menge Kupfer, die im flüssigen Zinn gelöst werden kann, aber eine kupferne Lötkolbenspitze, die dauernd mit flüssigen Lot in Berührung kommt, wird in ziemlich kurzer Zeit regelrecht ausgewaschen. Ist im Lot von vornherein etwas Kupfer enthalten, dann wird die Lötkolbenspitze nicht so angegriffen."
Da mein Lot 3,8% Silber enthält, halte ich es für plausibel, dass eine Lötspitze aus Silber von diesem Lot geschont werden könnte.
Vielleicht weiß jemand mehr dazu, als die übliche in allen Elektronik-Foren zu findende Standard-Antwort: "Kauf' Dir 'was besseres, ich habe XYZ und bin deswegen soooo cool."
Hotzenplotz hat folgendes geschrieben:

Schoen, dass immer wieder bestaetigt wird, bei Weller zu bleiben.

Wieso? Mein letzter Kolben für die LS50 war der, der dabei war, als ich das Teil vor etwa 10 Jahren gekauft habe, und der hat nur aufgrund von Gewaltanwendung seinen Geist aufgegeben (und war da immer noch mit der ersten Spitze ausgestattet). Das wäre mit jedem Lötkolben passiert. Ich sehe das eher als Bestätigung, dass man nicht geschätzte 75% des Kaufpreises in das Markenschild investieren muss, um gute Qualität zu erhalten.

Von Hotzenplotz am 12.01.2011 00:33

Wenn Du doch alles weisst, warum fragst Du dann ?

Faber hat folgendes geschrieben:
Hotzenplotz hat folgendes geschrieben:

Schoen, dass immer wieder bestaetigt wird, bei Weller zu bleiben.

....Wieso?...


Bei mir wackeln z.B. keine Spitzen.

Von Faber am 12.01.2011 01:03

Ich hatte nichts von Wackeln geschrieben. Eine wackelnde Lötspitze hatte ich vor bald 30 Jahren mal, hat aber nichts mit diesem Fall zu tun. Laughing

Um kurz auf Deinen unterschwelligen Vorwurf des Klugschisses oder der Besserwisserei ("wenn Du doch alles weißt...") einzugehen:

Ich weiß nach wie vor nicht, ob sich eine Silberspitze in Lötzinn ähnlich auflösen würde wie eine Kupferspitze, weil diese Frage bisher selbst von Dir nicht beantwortet werden konnte.

Du willst mir doch jetzt nicht ernsthaft einen Vorwurf daraus konstruieren, dass ich aufgrund der von Dir vorgetragenen Falschinformation meine Frage erläutert habe und begründet habe, warum Deine Aussage falsch ist! Hallo?! Shocked

Nachtrag:
Das Problem habe ich gerade mit einer Lage Kupferfolie (als Wärmebrücke) vorläufig gelöst bekommen. Das mit der Silberspitze werde ich trotzdem bei Gelegenheit ausprobieren.

Von TheBug am 12.01.2011 12:00

Also Lötspitzen aus Silber gibt es nicht mal bei Metcal...

Grundregel für Lötkolben ist eigentlich: Handlötkolben macht Ersa, Lötstationen Weller und wenn man genug Geld hat Metcal. Den Rest kann man geflissentlich vergessen.

Bei mir stecken sechs verschiedene Lötspitzen auf dem Lötkolbenständer, die je nach bleifrei/bleihaltig und zu bearbeitenden Bauteilegrößen gewechselt werden. Wackeln tut da nichts, da die Spitzen bei Weller mit einer Schraubhülse gehalten werden und wechseln kann man die notfalls im Betrieb.

Von Faber am 12.01.2011 12:58

TheBug hat folgendes geschrieben:
Also Lötspitzen aus Silber gibt es nicht mal bei Metcal...


Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass es sein kann, dass zum Löten von Solarzellen solche benötigt werden:
http://www.ledstyles.de/fpost200443.html#post200443
(Ist natürlich keine verlässliche Quelle, aber ein Hinweis..)

TheBug hat folgendes geschrieben:
Grundregel für Lötkolben ist eigentlich: Handlötkolben macht Ersa, Lötstationen Weller und wenn man genug Geld hat Metcal. Den Rest kann man geflissentlich vergessen.


Willst Du nicht lieber mit Deiner Automarke oder Deinem Haus protzen, wie in Deutschland üblich? Laughing

TheBug hat folgendes geschrieben:
Bei mir stecken sechs verschiedene Lötspitzen auf dem Lötkolbenständer, die je nach bleifrei/bleihaltig und zu bearbeitenden Bauteilegrößen gewechselt werden. Wackeln tut da nichts, da die Spitzen bei Weller mit einer Schraubhülse gehalten werden und wechseln kann man die notfalls im Betrieb.

Yo, denn mal viel Spaß dabei! Laughing Ich löte mit meiner einen Lötspitze alles, ob SMD, Weißblech-Gehäuse oder Trafo-Abschirmungen aus Kupferfolie, neue Lötstellen mit bleifreiem Lot oder alte Geräte mit bleihaltigen Lötstellen beim reparieren oder ausschlachten, und es funzt immer prima.
Übrigens: Bei mir wackelt auch nichts, das war bloß eine Unterstellung von Hotzenplotz. Und eine Schraubhülse hat meiner auch. Das Lesen eines Threads vor dem Antworten vermeidet solch unnötiges Blahbla.