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Endstufen-Selbstbau... Hilfe

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Endstufen-Selbstbau... Hilfe

Von Australis am 25.01.2011 23:42

Nachdem mein Vorverstärker jetzt so gut wie fertig ist, wollte ich schon mal so langsam mit einem passenden Endverstärker anfangen.

Die Vorgaben:
- sollte klanglich mit den Endstufen von Burmester und Accuphase mithalten können
- ich habe hier noch je 4 Sanken 2SA1216 bzw. 2SC2922 liegen, welche ich gerne (alle) verarbeiten möchte.

Das Problem:
Ich habe außer für eine klanglich eher mittelklassige Nikko-Endstufe keine Schaltpläne, und alles, was ich gefunden habe in Sachen Endstufe geht in Richtung Röhrentechnick. Auch Onkel Google hat nicht weiter geholfen. Einen fertige Module möchte ich nicht (weil ist ja dann nicht mehr meins :wink: und die Sanken's könnte ich dann auch nicht verarbeiten).

Ich hatte mir auch schon überlegt, kurzerhand einen Schaltplan aus einem Service-Manual zu nehmen, aber da fehlt mir dann schon wieder das Wissen, um die restlichen Bauteile, bzw. die benötigten Werte an die Sankens anzupassen.

Wer kann mir da helfen? Also entweder mit einem passenden Schaltplan, oder bei der Anpassung eines SM-Schaltplanes...

Von Australis am 29.01.2011 16:48

hmmm... keiner?

Woran hängt es? Hab ich die Anforderung an die Schaltung zu hoch gesteckt? Sind die 2SA1216 bzw. 2SC2922 für die geforderte Tonqualität ungeeignet? Lasst mich doch nicht dumm sterben...

Von derguteweka am 29.01.2011 17:18

Moin,

Australis hat folgendes geschrieben:
Hab ich die Anforderung an die Schaltung zu hoch gesteckt?

Vielleicht. Mich hat's spontan ein eines meiner ersten Buecher, die man nur ausserhalb der Badewanne lesen konnte, erinnert; das war: Petzi baut ein Schiff.
Wenn ich mich recht erinnere, hat der auch am Anfang nur das Steuer gehabt, und die Mary aussenrum gebaut.

Aber erstens ist das nur eine Kindergeschichte und zweitens hat Petzi damals zu Pelle, Pingu und Seebaer imho nix davon gesagt, dass das Schiff mit einer Yacht von Blohm und Voss mithalten soll.

Bei mir hat Google nach Eingabe einer Transistorbezeichnung sofort ein Schaltbild ausgespuckt.
http://web.tiscali.it/audiofanatic3/Schemi/Tipo/Stato_solido/finali/Schemi_finaliSS.html

Wie das dann "klingt" und ob das geht? Keine Ahnung - haengt massgeblich auch davon ab, wie's aufgebaut wird. Da gibts viele Sachen, die nicht im Schaltbild stehen, aber essentiell sind fuer die techn. Daten.
Haste denn ein entsprechendes Netzteil, also Trafo, Gleichrichter, dicke Elkos - oder schonmal geguggt, was sowas kostet?
Kannst du aus dem Schaltplan ablesen, wo man den Ruhestrom einstellen kann, und wie das Poti beim ersten Einschalten stehen sollte, damit moeglichst wenig Rauch aufsteigt?
Welche Farbe haben die LEDs in den Konstantstromquellen?
Fragen ueber Fragen...

Gruss
WK

Von Australis am 29.01.2011 20:05

Also eine Frage konnte ich schonmal anhand des Schaltplanes klären: Die Farbe der LED's. Diese müßte bei der angegebenen Spannung von 1,8V gelb oder grün sein. Für rot ist die Spannung zu hoch, für blau und weiß (viel) zu niedrig.

Naja, was die anderen Bauteile, allen voran Trafo und Siebelkos kosten weiß ich (leider).
Aber ich hab ja auch nie gesagt, daß das ganze möglichst billig werden soll Wink
Von daher würde ich das Netzteil sowieso eher großzügig dimensionieren.

Bleibt unterm Strich noch dir Frage ob's funktioniert- auch wenn die Schaltung auf den ersten und 2. Blick gut aussieht- genau sagen kann das keiner, der es nicht ausprobiert hat, zumal sich in den Schaltplan auch Fehler eingeschlichen haben könnten, die so nicht auffallen, wie z.B. falsch benannte Teile oder was auch immer.
Dann stellt sich natürlich noch die Frage nach dem Klang...

Die Sankens wollte ich halt deshalb verbauen, weil ich die aufgrund einer Fehlbestellung übrig habe. Kumpel ruft an "Kannst Du mir 4 2SA1216 und die Compementär-Typen dazu bestellen?" Was sich hinterher rausgestellt hat war, daß er nur einen schlecht gescannten Plan hatte und eigentlich die 2SA1215 gebraucht hätte...
Wäre das andersrum gelaufen, würde ich einfach die Sony TA-N55ES nachbauen und gut... Wobei... mir kommt da gerade eine Idee... mal die Datenblätter von 2SA1215 und -1216 bzw 2SC2921 und -2922 vergleichen...
Die TA-N55ES erreicht zwar nicht so ganz die klanglichen Anforderungen, aber ist immerhin schon gut genug, daß ich damit leben kann...

Von derguteweka am 29.01.2011 20:54

Moin,

OK, die Fragen von mir war halt so auf's erste mal, was mir beim Angucken des Schaltbilds so durch den Kopp ging.

Australis hat folgendes geschrieben:
Aber ich hab ja auch nie gesagt, daß das ganze möglichst billig werden soll Wink
Von daher würde ich das Netzteil sowieso eher großzügig dimensionieren.
....
Dann stellt sich natürlich noch die Frage nach dem Klang...

Ich wuerd's an deiner Stelle nicht machen. Schad' um's Geld. Ueberleg' doch mal: Wenns so simpel waere, nach einem Schaltplan einen Hi-End Verstaerker zusammenzuspaxen, dann wuerde es doch diese Firmen garnicht mehr geben. Es ist fast sicher, dass selbst wenn du alle Bauteile in Originalqualitaet hast und die auf eigene Faust zusammenklebst, dass dann nix gscheids dabei rauskommt.
zB. die Fuehrung von Masseverbindungen - einmal nicht aufgepasst und dein S/N ist unterirdisch.

Australis hat folgendes geschrieben:
Die Sankens wollte ich halt deshalb verbauen, weil ich die aufgrund einer Fehlbestellung übrig habe. Kumpel ruft an "Kannst Du mir 4 2SA1216 und die Compementär-Typen dazu bestellen?" Was sich hinterher rausgestellt hat war, daß er nur einen schlecht gescannten Plan hatte und eigentlich die 2SA1215 gebraucht hätte...
Wäre das andersrum gelaufen, würde ich einfach die Sony TA-N55ES nachbauen und gut... Wobei... mir kommt da gerade eine Idee... mal die Datenblätter von 2SA1215 und -1216 bzw 2SC2921 und -2922 vergleichen...

Also haste Transistoren im Wert von unter 20 EUR bei dir rumliegen. Und deshalb willst du Zeugs fuer vielleicht 200 EUR kaufen, um die zu verbauen? Und um dann - wenns wirklich bombig laufen wuerde, eine nackige Endstufe zu haben - also ohne Gehauese. Wenn du dann noch ein Gehauese kaufst, bist du schnell nochmal zig 100 EUR los, oder es sieht supershice aus.
Es wird aber nicht bombig laufen; es kann und wird dir leicht passieren, dass du ein paar Saetze Transistoren auf einen Schlag toetest und dann nachkaufen musst....
In fast jeder Cornflakespackung findest du mittlerweile Verstaerker, die dann deinen Eigenbau preislich, optisch und klanglich sowas von in die Tasche stecken, dass dir nur noch das Pipi in den Augen steht.
Endstufen und Labornetzteile selberbauen ist heute imho voelliger Humbug - es sei denn, du waerst der Hyper-Experte und hast Zugriff auf guenstige Einzelteile und entsprechende Messtechnik und weisst genau was du tust.

Australis hat folgendes geschrieben:
Die TA-N55ES erreicht zwar nicht so ganz die klanglichen Anforderungen, aber ist immerhin schon gut genug, daß ich damit leben kann...

Also das mag ja jetzt etwas hart klingen, aber wenn du nichtmal ein Schaltbild beim Google alleine findest und nichtmal sicher bist, ob alle Bauteilwerte richtig angegeben sind, dann musst du dir ueber die "klanglichen Anforderungen" echt keine Gedanken machen.
Dann sind die Anforderungen die, dass es nicht raucht und dass es die Lautsprecher ueberleben.

Gruss
WK

Von Australis am 29.01.2011 20:58

Naja, wie zu erwarten war:
Die 2SA1216 anstatt den 2SA1215 bzw. den zugehörigen Komplementärtypen zu nutzen würde bedeuten, daß die Werte nahezu aller anderen Bauteile neu berechnet werden müßten...

Von derguteweka am 29.01.2011 21:45

Moin,

Australis hat folgendes geschrieben:
Naja, wie zu erwarten war:
Die 2SA1216 anstatt den 2SA1215 bzw. den zugehörigen Komplementärtypen zu nutzen würde bedeuten, daß die Werte nahezu aller anderen Bauteile neu berechnet werden müßten...


Wieso, was ist denn am 1216er gross anders als am 1215? Haelt halt 20V mehr aus und 1-2Amperechen mehr mehr max. Stroeme - also so unterschiedlich sind die 2 nicht, find' ich. Was willste denn fuer Bauteilwerte neu berechnen?

Gruss
WK

Von Australis am 29.01.2011 21:58

Naja, das Gehäuse ist das kleinste Problem, ich hab hier nämlich noch eine tote Marantz PM-80 rumstehen. Wink

Naja, das mit dem Schaltplan finden ist so eine Sache, denn es ist immer eine Frage nach was und wie man sucht. Auf die Idee anhand der Transistortypen zu suchen bin ich nicht gekommen, weil ich so normalerweise immer nach Datenblättern suche...

Sicher fragst Du dich jetzt, warum ich die nicht "einfach" repariere... Naja, das Problem ist, daß zwar das Gehäuse noch aussieht wie neu- aber leider das Innenleben absolut nicht mehr. Da wurde schon so viel dran rumgebastelt, und repariert- das ist nicht mehr feierlich. Durchgebrannte und mit aufgelötetem Draht geflickte Leiterbahnen sind noch das kleinste Übel...

Was den Nachbau betrifft, bzw. ein solches DIY-Projekt, ist eins klar: absolute Sorgfalt und lieber 3x zu viel gucken und prüfen, als 1x zu wenig... Das ganze fängt natürlich schon beim Entwurf des Platinenlayout an...

Von derguteweka am 29.01.2011 23:16

Moin,

Australis hat folgendes geschrieben:
Sicher fragst Du dich jetzt, warum ich die nicht "einfach" repariere... Naja, das Problem ist, daß zwar das Gehäuse noch aussieht wie neu- aber leider das Innenleben absolut nicht mehr. Da wurde schon so viel dran rumgebastelt, und repariert- das ist nicht mehr feierlich. Durchgebrannte und mit aufgelötetem Draht geflickte Leiterbahnen sind noch das kleinste Übel...

Die geflickten Leiterbahnen seh' ich als recht harmlos an, wenns die mechanische Stabilitaet nicht zu sehr beeinflusst - und wenn doch, gibts noch Kleber. Ist ja bloss ne Endstufe und kein LNB oder SAT-Tuner. Wink

Endstufen sind imho auch sehr unangenehm zu reparieren (weils eben passieren kann, dass die frisch eingeloeteten Halbleiter fuer 20 EUR schon wieder verdampft sind...). Daher wuerd' ich das auch nicht immer unter allen Umstaenden mit Gewalt machen wollen. 'Nen neuen Verstaerker kaufen und das naechste Mal weniger Bier reinlaufen lassen oder besser kuehlen kann auch ne ganz gute Strategie sein.

Australis hat folgendes geschrieben:
Was den Nachbau betrifft, bzw. ein solches DIY-Projekt, ist eins klar: absolute Sorgfalt und lieber 3x zu viel gucken und prüfen, als 1x zu wenig... Das ganze fängt natürlich schon beim Entwurf des Platinenlayout an...


Seh' ich etwas anders: das 3x gucken und pruefen bringt nur einen Haufen Arbeit und Frust, wenns dann doch nix wird. Wenn mans kann, dann macht man viel schon ganz automatisch und ausm Bauch raus richtig und kanns garnicht recht erklaeren. Wenn man's nicht kann, dann kaspert man sich einen ab und fliegt doch auf die Schnauze.

Guck' doch mal die Platine auf dem Photo im 10. Post dieses Threads an:
http://www.loetstelle.net/forum/viewtopic.php?t=3705
Wie da die Masse ganz eigenartig an die diversen Pins des STK geht - und auch ueber den roten Draht an einen bestimmten Punkt gefuerht wird...
Warum sind Pin3 und 13 des STK direkt miteinander verbunden, aber nicht die Pins 5 und 11? Ist doch eigentlich alles Masse...
Und das bei einer relativ "popeligen" Schaltung mit einem STK-Hybrid, der sicherlich nix fuer Audiophile ist; also ganz weit weg von Burmester & Co.
Wie willst du sowas - und noch Groessenordnungen komplexer - denn optimal auslegen?

Gruss
WK

Von Hotzenplotz am 30.01.2011 00:10

Australis hat folgendes geschrieben:
Naja, das Gehäuse ist das kleinste Problem, ich hab hier nämlich noch eine tote Marantz PM-80 rumstehen. ;)


Und warum ueberholst Du den nicht ? Platinen kann man aetzen und Teile gibt es nach Schaltbild. So viel ist da ja nicht drin.

Oder beschraenke Dich zumindest auf das Endteil, die Vorstufe kaufst Du dann.

Und derguteweka. Die 200.- kannst Du gleich mal knicken. Guck mal was allein Trafo, Pufferelkos oder nur ein simples Lautstaerkepoti kosten. Pack mal 300 drauf.

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