Wieviel Ampere fliessen maximal durch eine Steckdose?

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Wieviel Ampere fliessen maximal durch eine Steckdose?

Von Oliver S. am 13.02.2012 21:19

Liebe Experten,
mein neues Multimeter misst Ströme bis maximal 10 A. Nicht dass ich es ausprobieren wollte aber wie viel Strom kann man eigentlich durch eine Steckdose fliessen lassen, bevor die Sicherung raus fliegt? Wäre die Sicherung im Multimeter oder die im Stromkasten stärker?
Gruss, Oliver

Re: Wieviel Ampere fliessen maximal durch eine Steckdose?

Von Alv am 13.02.2012 21:33

Netz-Steckdosen sind normalerweise mit 16 oder 25A abgesichert.

Von Tim Sasdrich am 13.02.2012 21:36

Kommt auf die Sicherung im Stromkasten an. Normalerweise sind das 16 A. Welche Sicherung im Kurzschlussfall schneller auslöst, weiß ich nicht, ich würde jedoch nicht empfehlen, die Steckdose kurz zu schließen, um den Strom zu messen. Bis der Wert stabil auf dem Display steht, sodass man ihn ablesen kann, ist in der Regel schon längst die Sicherung draußen/defekt.

Von pcprofi am 13.02.2012 21:45

NIE NIEMALS in der Steckdose den Strom messen!

Das machst du genau einmal, dann ist i.d.R. jedes nicht wirklich richtig teure Messgerät Schrott, und wenn du dabei keinen Schaden nimmst hast verdammt viel Glück.

Wenn du mit dem Multimeter in die beiden Löcher der Steckdose gehst, und den STROM misst, bildet das Messgerät einen (nahezu-)Kurzschluss, und dann fließen wesentlich höhere Ströme als die Nennströme der Sicherungen. Dabei entstehen Lichtbögen, die schwere Verbrennungen verursachen können.

Zur Info: Eine VDE-zugelassene europäische Schutzkontaktsteckdose darf mit max. 16A belastet werden. Demenstprechend ist die Sicherung auszuwählen, also keinesfalls höher als 16A Nennauslösestrom.

Gruß Rainer

Von Tim Sasdrich am 13.02.2012 23:21

pcprofi hat folgendes geschrieben:
NIE NIEMALS in der Steckdose den Strom messen!Das ist doppelte Verneinung. Wink Minus und Minus gibt Plus. Laughing
Bei den teuren Messgeräten dürfte das kurzschließen der Steckdose möglich sein, ohne dass diese kaputt gehen. Bei den Billigen ist teilweise die Leiterbahn schneller durchgebrannt als die Sicherung. Und teilweise sind dann auch die Leiterbahnen zu dicht bei einander, sodass bei 230V einfach ein Lichtbogen im Multimeter die Sicherung überbrückt. Wer (s)ein Multimeter noch benutzen möchte, sollte besser keine Steckdosen kurzschließen. Sonst kann es sein, dass man nie wieder* ein Multimeter benutzen kann.

*nie wider natürlich nur unter der Voraussetzung, dass man nach dem Tod nicht als Mensch wiedergeboren wird.

Ich bin der Meinung: Wer nicht im Umgang mit 230V geschult ist, sollte nur fertige, geprüfte und funktionstüchtige Geräte in die Steckdose stecken.

Von Oliver S. am 14.02.2012 00:37

Vielen Dank für die promten Antworten... und wie gesagt, ich hatte nicht vor es auszuprobieren...
Gruss, Oliver

Von Hotzenplotz am 14.02.2012 01:45

Kann es sein das ihr hier was durcheinander wuerfelt ? Was hat denn der Leitungsschutzschalter (Sicherung) mit der Steckdose zu tun ? Richtig, nichts !
Eine gute Wohnzimmersteckdose SchuKo ! darf mit 10A (16A) belastet werden. 10A beim stecken / ziehen, 16A max. (3kW Dauer)
Wobei, wenn man es ganz genau nimmt, man den Stecker fuer mehr als 2300W nicht stecken duerfte, somit waeren fuer eine Steckdose wirklich nur 10A zugelassen.
Ausnahme, man schaltet vor dem Einstecken die Leitung frei.

Wie die Leitung abgesichert ist, haengt doch ganz allein von der Leitung ab.

16A ist FALSCH, es kann durchaus sein das ein kleinerer Querschnitt als 1,5mm² verlegt wurde oder die Leitungen in einem Rohr liegen. Und auch nicht wie ALV schrieb 25A. Das ist kompletter Unfug, zumindest bei "normalen" Steckdosen. Bei 25A Einphasig muss eine CEE Dose (blau) gesetzt werden, oder eben unter Putz Dose fest verlegt. (Durchlauferhitzer, E-Herd und sowas).
Eine Leitung einmal um eine Turnhalle gewickelt kann man natuerlich nicht mehr mit 16A absichern. Sowas wird dann spassig wenn man den Automatenkasten im Keller hat und das Dachgeschoss ausbauen will. Allein ueber den Querschnitt geht das nicht mehr, da gibt es gesonderte Regeln, die ich nicht mehr weiss.
Somit ist diese Heimwerkerrechnung 3680W (230*16) auch voelliger Unsinn.

Fuer all den Kram gibt es aber Tabellen. VDE0100 / DIN 57 100 oder den Elektriker, der dafuer min. 3 Jahre gelernt hat.

@Oliver S.

Was ist das denn fuer ein Multimeter ?

Wenn Du Kurzschlussstroeme messen willst, tuh das bitte mit Spannungen unter 24V, so zerlegt es nur Dein Multimeter und nicht Dich. Oft ist bei billigen Multimetern der 10A Bereich naemlich nicht abgesichert, weil geeignete Sicherungen nicht ganz billig sind.
Und nicht boese gemeint, aber wenn Du schon sowas fragst, dann rate ich Dir dringenst Dich mal ueber den Herrn Ohm schlau zu machen, denn der haette es einfach gerechnet.

Widerstand nahe Null = Strom nahe unendlich, Spannung nahe Null

Der LS-Schalter ist deutlich traeger als Dein Multimeter. Eine traege billige Feinsicherung im 10A Bereich, kann Dir Dein Geraet genauso zerschiessen wie der Strom aus der Steckdose. Guck Dir mal die Sicherungen in einem ordentlichen DMM an ! Das sind nicht aus Spass so Truemmer
http://www.eevblog.com/images/Fluke28jacks2.jpg

Tim Sasdrich hat folgendes geschrieben:
Und teilweise sind dann auch die Leiterbahnen zu dicht bei einander, sodass bei 230V einfach ein Lichtbogen im Multimeter die Sicherung überbrückt.

Dann darf es aber nicht zugelassen sein und damit auch nicht in die EU eingefuehrt werden. Die Chancen stehen also relativ schlecht.

Von orange_hand am 14.02.2012 12:12

Kurze Zwischenfrage zur Formel:
Widerstand nahe Null = Strom nahe unendlich, Spannung nahe Null

Müsste es nicht heißen: Widerstand nahe Null = Strom nahe unendlich, Spannung = 220V
Ausgehen von: R = U / I, somit I = U / R
Macht man dann eine Grenzwertbetrachtung: lim(R->0) = U / R = oo, somit also der Strom unendlich hoch, jedoch die Spannung konstant 220V
Oder mache ich da gedanklich einen Fehler ?

Grüße
Matthias

Von Hotzenplotz am 14.02.2012 16:34

Setz doche infach ein paar Zahlen ein

R*I=U

0,001R * 1000A = 1V

Je kleiner Du den Widerstand machst, desto kleiner auch die Spannung. Bei einem idealen Kurzschluss waere der Widerstand 0 und der Strom unendlich hoch. 0R * ooA = 0V

Du kannst es auch ausprobieren. Nimm eine 1,5V Batterie, schliesse sie mit einem Draht kurz und miss die Spannung darueber. Du wirst etwas messen, da der Draht und die Batterie einen Widerstand hat. Aber sicher keine 1,5V mehr.

Von Alv am 14.02.2012 17:52

Oder anders ausgedrückt:
Die fehlende Spannung fällt am Innenwiderstand der Spannungsquelle (Batterie oder Kraftwerk) ab.